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Neubaugebiet statt letzter Ruhestätte?

Die Stadt hofft mit der möglichen Einrichtung einer neuen Bahnstation „Deisterpforte“ am Bahnhof nicht nur auf mehr Fahrgäste und weniger Autoverkehr zum bisherigen Bahnhof. Auch die Gegend rund um den Bahnübergang Heinrich-Göbel-Straße soll attraktiver werden.

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VON CHRIsTIAN ZETT

SPRINGE. Die Stadt hofft mit der möglichen Einrichtung einer neuen Bahnstation „Deisterpforte“ am Bahnhof nicht nur auf mehr Fahrgäste und weniger Autoverkehr zum bisherigen Bahnhof. Auch die Gegend rund um den Bahnübergang Heinrich-Göbel-Straße soll attraktiver werden - am nahen Friedhof könnte sogar ein kleines Baugebiet entstehen.

Bislang ist das nicht mehr als ein Gedankenspiel. Dort befinden sich noch ungenutzte Grundstücke, die die Stadt einst für eine mögliche Erweiterung des Friedhofs eingeplant hatte. Die soll zwar weiter möglich sein – aber lange nicht so groß wie einst vorgesehen. „Die meisten Friedhöfe sind ganz grundsätzlich einmal sehr großzügig angelegt worden“, sagt der städtische Bauchef Reinhard Schade.

Doch nicht nur die zurückgehenden Bevölkerungszahlen sorgen für eine geringere Nachfrage. Dazu kommt der sinkende Platzbedarf, weil immer mehr Menschen die Urne dem klassischen Sarg vorziehen. Und so auch die Gräbergröße schrumpft. Schließlich kommt ein zweiter Trend hinzu: Der städtische Waldfriedhof an der Sophienhöhe erfreut sich steigender Beliebtheit; er soll erneut erweitert werden. Und zieht so ebenfalls potenzielle Nutzer der beiden Kernstadt-Friedhöfe ab.

Welche Friedhöfe womöglich noch verkleinert werden könnten, darüber hat man sich bei der Stadt bislang noch keine Gedanken gemacht. Schade geht aber davon aus, dass das Problem in den kleineren Ortsteilen weit weniger akut ist als im Zentrum – zumal Orte wie Eldagsen ohnehin einen kirchlichen und keinen städtischen Friedhof haben.

Dass die Stadt zumindest ein Auge auf die Flächen an der Hamelner Straße stadtauswärts geworfen hat, ist kein Wunder: Die Lage ist sicherlich attraktiv. Gegenüber, auf der anderen Seite der Hamelner Straße, ist gerade erst der zweite Bauabschnitt des Gebiets „Großer Graben“ in Rekordzeit voll gelaufen. Wenn dann noch der neue Bahnhof kommen sollte, könnte die Gegend trotz der nahen Bahnstrecke noch mehr mögliche Bauherren anziehen: Grundstücke sind in Springes Mitte ein knappes Gut.

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