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Warum der Gestorfer Musiklehrer und Komponist Matthias Busch mit Flöten und Aufnahmegerät in die Pyrenäen ging

Naturgewaltige Klänge: Steter Tropfen höhlt den Ton

Gestorf (mf). Es klingt schon ein wenig abenteuerlich – und vielleicht auch ein bisschen verrückt. Bepackt mit technischen Gerätschaften und einer großen Tasche voller Flöten kriecht ein Mann durch enge Gänge und Bergschluchten, um dann in der gespenstischen Dunkelheit einer Tropfsteinhöhle alles fein säuberlich aufzubauen und ein intimes Konzert zu geben. Die anfängliche Stille weicht von einem Moment auf den anderen den instrumentalen Klängen und wird nur manchmal unterbrochen von Wassertropfen, die von der Decke perlen. Geschehen ist dies in der französischen Bergwelt der Pyrenäen. Der Mann, der diesen Musikgenuss der besonderen Art mit dem Mikrofon eingefangen hat, um eine CD daraus zu machen, heißt Matthias Busch und kommt aus Gestorf.

Matthias Busch zu Hause am Klavier. Mit „Mountain Music“ und „Sonnenglühen“ veröffentlichte der Gestorfe

Das fertige Werk heißt „Mountain Music“ und hat inzwischen sogar die ersten Abnehmer gefunden, wie Busch stolz erzählt. „Die Klangvielfalt und das nuancenvolle Spiel von acht unterschiedlichen Flöten aus aller Welt verschmilzt mit dem Höhlenecho zu einer natürlichen, Staunen erweckenden Klangsymphonie“, schwärmt der 45-Jährige prosaisch von seiner ungewöhnlichen Idee.

Busch ist eigentlich Musiklehrer. „Fahrender Musiklehrer“, wie er ergänzt. Seine Schüler wohnen in Springe, Gehrden und Wennigsen. Busch besucht sie zu Hause, um sie zu unterrichten – an Klavier und Orgel, aber auch auf der Gitarre oder dem Akkordeon. Seine Leidenschaft gehört aber den Flöten.

Nach dem Studium der Kulturpädagogik mit Schwerpunkt Musik in Hildesheim war der gebürtige Heidelberger zunächst stellvertretender Leiter der Calenberger Musikschule, um sich danach selbstständig zu machen. Das ist jetzt zwölf Jahre her. Und damit in etwa genau so lange wie seine musikalische Mission in Südfrankreich. Bis vor kurzem schlummerten seine aufgezeichneten Höhlenklänge im Schrank.

Das gilt ähnlich für das „Sonnenglühen“ – Buschs zweite CD. Titel wie „Offene Weite“, „Das stille Land“, „Morgendämmerung“ oder „Wunderblume“ weisen auf die im romantisch-impressionistischen Stil komponierte Musik hin. Seine lyrischen Instrumentalfantasien hat der Gestorfer dabei im eigenen Tonstudio eingespielt, abgemischt und produziert.

Der 45-jährige Komponist hat inzwischen seinen eigenen Musikverlag unter dem Label „Buschiano Music“ gegründet, um die verborgenen Schätze einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Zeit lang hatte Busch noch erwogen, die Alben einem größeren Verlag zuzuschicken, um sie veröffentlichen zu können, sich dann allerdings doch lieber für einen Alleingang entschieden.

Denn seine Pläne gehen weiter: Busch will in Kürze mehrere Aufnahmen seiner Kompositionen für Kinder und Jugendliche, die er unter dem Namen „Klafünf“ herausgebracht hat, veröffentlichen. Und schließlich arbeitet er auch noch an verschiedenen Hörspielproduktionen. Kleine Hörproben gibt’s übrigens auf seiner Internetseite Buschiano-music.com. Die bereits fertigen CDs verkauft der umtriebige Gestorfer über den örtlichen Buchhandel in der Region.



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