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200 Besucher bei Infoabend der Landwirte / Initiative will Ansätze gegen Anlage gefunden haben

Nächste Runde im Hähnchenmast-Streit

Springe/Holtensen (jemi). Bekommt Springe eine Hähnchenmastanlage? Das Thema bewegt die Bürger, gestern Abend kamen allein rund 200 Menschen zu einer Informationsveranstaltung der potenziellen Betreiber. Unterdessen sucht eine Bürgerinitiative weiter nach Möglichkeiten, das große Projekt zu verhindern.


Initiatorin Sabine Schiepanski gibt sich dabei realistisch: Das Projekt sei wohl kaum zu verhindern – doch zumindest Kompromisse wolle man erreichen. „In unsere Spurensuche ist jetzt richtig Bewegung gekommen“, sagte die Holtenserin der NDZ.

Eine genauere Recherche habe genug Ansätze ergeben, um die umstrittene Hähnchenfarm zumindest in abgeänderter Form entstehen zu lassen. Schiepanski macht etwa darauf aufmerksam, dass einige Straßen im Bereich Holtensen/Boitzum einen landwirtschaftlichen Transport von maximal 20 Tonnen Gewicht erlaubten. Meist nutzten Schlachthöfe aber 40-Tonner, glaubt sie zu wissen. „Wir wollen verhindern, dass die ganz schweren Transporter hier fahren, denn sie zerstören die Straßen, die wir dann zahlen müssen.“

Michael Damm vom Fachdienst Ordnung und Verkehr erklärte, die Stadt habe bezüglich der Gewichtsbegrenzungen noch nichts unternommen. Er kann sich jedoch nicht vorstellen, dass die Schilder einen Einfluss auf die Entscheidung des Baus der Mastanlage nehmen. Ein Pressesprecher des Wirtschaftsministeriums sagte lediglich, dass der Transport von Ware eine rein betriebliche Entscheidung sei. Es gebe schließlich auch 12,5-Tonner, die von den Landwirten genutzt werden könnten.

Die Initiative um Schiepanski machte außerdem schon vor der gestrigen Veranstaltung darauf aufmerksam, dass die vorhandenen Biotope rund um Springe gegen eine Mastanlage sprechen könnten. Es müsse unbedingt verbindlich geklärt werden, wie nah die Hähnchen und die Naturschutzgebiete zusammenliegen dürften. Schiepanski und Co. haben sich inzwischen mit weiteren Bürgerinitiativen aus der Region zusammengetan. Außerdem wollen sie am Wochenende beim Landpartiefest und beim Honigkuchen-Senffest neue Mitstreiter finden.

Die Maststall-Planer Heinrich und Christian Deiters wollten die Infoveranstaltung gestern Abend nutzen, um alle Argumente der Bürgerinitiative zu widerlegen. Lesen sie mehr dazu morgen in der NDZ.

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