weather-image
21°
Aufgelöste Rohre, Risse im Beton: Stadt muss für 300 000 Euro sanieren / Bypass als Lösung

Nackter Boden unterm Friedhof bereitet Sorge

Springe (ric). Das Kanalnetz der Stadt ist 286 Kilometer lang – und stellenweise in desolatem Zustand, stammen die ältesten Rohre im Betrieb doch aus dem Jahr 1892. Jetzt hat die Stadt eine schlimme Entdeckung gemacht: Unter dem Alten Friedhof muss dringend saniert werden. Kostenprognose: 300 000 Euro.

Der Alte Friedhof: Im Untergrund sind hier Kanäle marode. Foto: ric

Vor vielen Jahren checkte das Tiefbauamt in einer großen Aktion zahlreiche Leitungen. Seitdem mühen sich Dieter Erdmann und sein Team, mit bescheidenen finanziellen Mitteln das Netz zu erneuern. Jetzt wurden Spezialisten beauftragt, die Verbindungen des Mischwasser-Systems zu untersuchen, die für die Entwässerung des gesamten Bereichs zwischen Friedrichstraße, Am Handanger und nördlich bis zur Bahnlinie zuständig sind. Zwei Tage und damit deutlich länger als üblich dauerte es alleine, den Kanal zu spülen – dann dokumentierte die Kamera unter der Erde massive Risse in den 400 Millimeter dicken Schächten: „Der Kies vom Boden ist bereits zu sehen“, stellte Erdmann fest. Der Untergrund – er existiert praktisch nicht mehr. Der Zahn der Zeit hat in den Jahrzehnten mächtig am Fundament genagt. Ein echtes Problem deshalb, weil dort nicht nur die Tragfähigkeit gefährdet ist, sondern das Abwasser unkontrolliert im Untergrund versickert.

Erdmann schließt eine Reparatur der schadhaften Leitungen aus: „Vor 80 bis 90 Jahren wäre das wohl mit Muskelkraft noch möglich gewesen.“ Heute sind sämtliche Flächen eng überbaut: mit Friedhofsland, privaten Gärten, Parkplätzen, Zäunen…

Neben der offenen Bauweise komme allerdings auch die geschlossene nicht infrage: Würde ein sogenannter Inliner eingelassen – ein folienbeschichteter nahtloser Textilschlauch, mit Harz imprägniert und gehärtet – würde der Durchmesser des Rohres um bis zu 30 Prozent schrumpfen – unvorstellbar im großen Einzugsgebiet des Systems. Erdmann mahnt nun an, „vernünftig zu planen“. Gleichzeitig will er keine Diskussionen um die Notwendigkeit einer Erneuerung zulassen – eben weil der Boden schon nackt sei.

Seine Lösung: das alte System abkoppeln und einen Kurzschluss, einen Bypass herstellen. Der würde rund 300 000 Euro kosten. „Wir müssen uns dieses Projekt nächstes Jahr vornehmen.“

Saniert werden auch 600 Meter Kanal in der Militsch-Trachenberger-Straße, planmäßig vom 26. September bis 15. November. Die Hauptarbeit soll in den Herbstferien umgesetzt werden: Dann wird der Schulhof zum Platz, auf dem Rohre lagern und geschweißt werden.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt