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Der Frühling ist endlich in Springe angekommen – und die Händler haben mächtig Nachholbedarf

Nach dem Winterschlaf

Springe. Solch einen zähen Winter hat es lange nicht gegeben – jetzt schlägt das Wetter endlich um. Für die Händler bedeutet das: die Verluste möglichst wieder auszugleichen. Gartenfreunden juckt es in den Fingern, Sportler stecken in den Startlöchern. Ein Streifzug durch den Frühling in Springe..

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Autor:

Markus Richter

„90 Prozent“, sagt Uwe Niedergesäß vom Hagebaumarkt. So hoch sei momentan der Anteil der Saisonartikel am Gesamtverkauf. „Jetzt geht alles gut weg: Erde, Pflanzen, Geräte, nur das Kaufverhalten bei Gartenmöbeln ist noch etwas verhalten.“ Dabei fing das kalendarische Frühjahr alles andere als ideal an: Massenhaft landeten saisontypische Blumen in der Tonne – fast niemand traute sich, Primeln, Stiefmütterchen und Co. für den Garten zu kaufen. „Der lange Winter hat Schäden verursacht“, sagt auch Edward Paprotny, Inhaber der Baumschule Kewel. Sein größter Wunsch ist allerdings utopisch: Der Gartenfachmann würde das Jahr gerne um einen Monat verschieben. Die Verluste seien nicht wieder aufzuholen – auch wenn jetzt sogar schon Sommerpflanzen verkauft werden. „Wir haben alle nur zwei Hände – und irgendwann wird‘s abends dunkel“, schmunzelt der Eldagser.

Viel Handarbeit hat auch Reifenhändler Hennig Jung – und endlich Hochbetrieb. „Jetzt läuft‘s wie verrückt.“ Die Kunden, die ihre Autos jetzt auf Sommerreifen umrüsten, würden allerdings Geduld und Verständnis zeigen, wenn‘s mal nicht so schnell wie geplant geht. Normalerweise wäre die Saison deutlich früher angelaufen – und damit auch entspannter gewesen.

Wieder Zeit für Sport und Garten: Die Sportler der Springer Langlaufgemeinschaft (LLG) gehen mit hoher Motivation an den Start. „Wir sind in Aufbruchstimmung“, beschreibt die Vorsitzende Heike Heinemeyer. Seit der Zeitumstellung trainieren die Läufer wieder auf der Strecke durch die Feldmark zum Wisentgehege – und sind nicht mehr vom Laternenlicht an der Jägerallee abhängig.

Endlich kann auch der Grill wieder entstaubt werden. Und so steigt mit den Temperaturen die Lust auf einen genüsslichen Abend mit Bratwurst, Grillfackeln oder Eingelegtem, hat Sabine Hüper von der gleichnamigen Fleischerei festgestellt. „Die Kunden freuen sich, dass es endlich wieder losgeht.“ Die lange Durststrecke hat auch die Außengastronomie überwunden. Etwa im Café mit Biergarten am Jagdschloss erwartet Inhaber Enno König jetzt wieder zahlreiche Besucher. „Wir hatten bereits geöffnet, aber erst am nächsten Wochenende geht‘s wohl so richtig los“, vermutet Mitarbeiter Marcel Koch. Geöffnet ist dann täglich – aber nur bei gutem Wetter.

Darauf hofft auch Heinz Thamm, der sich gestern Nachmittag wie zahlreiche weitere Springer mit kostenlosem Kompost am Hallenbad eingedeckt hatte. Die Abfallwirtschaft der Region stellte das schwarze Gold wie in jedem Frühjahr kostenlos zur Verfügung. Thamm wird damit den Pflanzen in seinem Garten zu schnellem Wachstum verhelfen – immerhin umfasst sein grünes Reich stolze 11 028 Quadratmeter. „Es ist doch einfach herrlich, dass es endlich wieder losgeht!“



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