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Warum ein Eldagsener nach einem Einbruch in sein Haus unzufrieden mit der Polizei ist

Nach dem Einbruch: Eldagsener ist unzufrieden mit Polizei

ELDAGSEN. Bei Peter Schmitz (Name von der Redaktion geändert) war der Schock am Mittwochabend groß. Als der Eldagsener nach Hause kam, war in seinem Einfamilienhaus nichts mehr, wie es war. Einbrecher hatten die Räume durcheinandergebracht, etliche Dinge waren kaputt. Nach dem Schock folgte die Ernüchterung:

Die Zahl der Einbrüche geht laut Statistik in der Region leicht zurück. Die Aufklärungsquote bleibt konstant. FOTO: Daniel Maurer/dpa.“
Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Der Familienvater wählte die Nummer des Notrufs. Und die Arbeit der Polizeibeamten überzeugte das Einbruchsopfer nicht wirklich. Damit eine Debatte über die hohe Zahl der Einbrüche angestoßen wird, schildert er der Neuen Deister-Zeitung seine Erlebnisse. Dabei möchte er aber anonym bleiben – aus Angst vor weiteren Einbrüchen.

„Ich hatte den Eindruck, dass der Einbruch eher verwaltet denn aufgeklärt werden soll“, sagt er. Nachdem er bemerkt hatte, dass Unbekannte sein Haus verwüstet hatten, alarmierte er die Polizei – und verließ das Haus, wartete nach eigenen Angaben vierzig Minuten vor der Tür. „Nachdem die Beamten dann eintrafen, sagten sie, dass die Täter nicht mehr da sind. Das wussten wir auch schon 40 Minuten vorher!“, schimpft Schmitz. Rund eine Stunde später haben sich Spezialisten aus Hannover des Falls angenommen.

Laut Kathrin Pfeiffer, Sprecherin der Polizeidirektion Hannover, nimmt in der Regel der Kriminaldauerdienst Einbrüche auf. Bis die Spezialisten am Tatort eintreffen, könne es unterschiedlich lang dauern. „Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem auch davon, wo sie gerade vorher im Einsatz waren.“Ziel sei in erster Linie, Spuren des Einbruchs zu sichern und auszuwerten. Das könnten Fuß- oder Fingerabdrücke oder DNA-Reste sein. Überdies würden auch Nachbarn oder mögliche Zeugen befragt und Fotos gemacht.

An der Stelle stößt Schmitz bitter auf, dass die Ermittler, laut seinen Angaben, den Chip, auf dem die Tatortfotos gespeichert waren, bei ihm im Haus vergessen haben. Er solle aber wieder abgeholt werden. Zu seinem Vertrauen in die Polizeiarbeit trägt das aber nicht unbedingt bei, wie der Eldagsener betont. „Ich frage mich: Was muss noch geschehen? Wann wird etwas geschehen?“

Pfeiffer erläutert, dass die aufnehmenden Beamten jeden Tag mehrere Einbrüche untersuchen. Ihre Wahrnehmung eines Einbruchsgeschehens ist infolgedessen in der Natur der Sache eine ganz andere, als die eines Einbruchsopfers. Nachsorge für Einbruchsopfer gehöre dabei in Niedersachsen längst zum Standard: Bei vielen Betroffenen bleibt die Angst nach einem Einbruch. Manche ziehen sogar um, weil sie mit der Furcht vor erneuten Eindringlingen nicht mehr leben können.

Schmitz geht es eher darum, dass das Thema auf einer breiteren Basis diskutiert wird. Seine Wahrnehmung, dass die Polizei die Einbrüche eher verwaltet statt aufklärt, wurde offenbar dadurch bestärkt, dass ihm die Beamten die Akten-Nummer des Falls gegeben hätten – für die Versicherung. Schmitz: „Die Unsicherheit steigt noch mehr, wenn nahezu keine Meldungen über ermittelte Täter zu lesen sind.“

Letzteres mag natürlich auch daran liegen, dass die Aufklärungsquote bei Einbrüchen im Vergleich mit anderen Delikten tatsächlich eher gering ist. Laut Polizeisprecherin Pfeiffer lag sie im Jahr 2016 im Umland der Region Hannover, wozu auch Springe gehört, bei 24,90 Prozent.

Damit liegt die Zahl der Täter, die erwischt werden, sogar ein wenig über der landesweiten Quote, die 2016 bei 22 Prozent stand. Insgesamt ereigneten sich im Umland der Region bis Dezember 2016 1534 Einbruchsdelikte. Abschließende Zahlen fürs Jahr 2017 liegen noch nicht vor. Pfeiffer erläutert: „Von Januar bis November 2017 sind die Zahlen leicht rückläufig, das kann sich aber mit Auswertung des Dezembers ändern.“

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