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Nach 55 Jahren: Göbels Licht über Springe ist fast erloschen

SPRINGE. Springes einstiger Held hat es nicht leicht: Die nach ihm benannte Realschule wird bald geschlossen, die Göbelstuben sind verschwunden, sein 200. Geburtstag im nächsten Jahr wird wohl auch nicht so richtig groß gefeiert. Und jetzt verlischt auch noch sein größtes Licht: Das Heinrich-Göbel-Denkmal.

Kaputt: Das Denkmal an der Deisterpforte leuchtet nicht mehr.
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Die riesige Glühbirne, die über den Dächern Springes am Deisterrand prangt, ist kaputt. Die Reparatur ist schwierig – aber nicht unmöglich, heißt es bei der Stadt.

Das Problem der Glühbirne, die 1954 zum 100. Jubiläum von Göbels vermeintlicher Erfindung unweit des traditionellen Ausflugslokals Deisterpforte errichtet wurde, ist ihr Alter. Denn unter der Milchglasverkleidung sorgen seit mehr als 60 Jahren 40 bis 60 Leuchtstoffröhren – so genau weiß man das bei der Stadt nicht – dafür, dass Göbels Denkmal in die Ferne des Calenberger Landes strahlt.

Oder eben nicht.

Denn die Leuchtstoffröhren, sagt Fachdienstchef Gerd Gennat, seien nach und nach erloschen. So sehr, dass Göbels Birne ein bisschen gedimmt wirkt.

Dazu kommt: Die Verkleidung selbst sei arg angegriffen vom Zahn der Zeit, weiß Gennat: „Wenn wir das einfach anfassen, um die Röhren zu wechseln, dann zerbröselt uns das alles.“

Es muss also nach all den Jahrzehnten eine neue Kunststoffabdeckung her – eine Maßanfertigung, damit sie auch auf das individuell gestaltete Denkmal passt. Der Umfang der nötigen Arbeiten und die nächsten Schritte werden momentan ermittelt: „Wir holen Angebote ein“, sagt Gennat. Erst danach steht fest, wie genau die Birne wieder ans Laufen gebracht werden kann. Und wie teuer die Reparatur wird.

„Das wird schon eine Stange Geld kosten. Aber es wird finanzierbar sein.“ Befürchtungen, das Denkmal könne gar dauerhaft erlöschen, erteilt Gennat eine klare Absage: „Das ist wie mit einem Oldtimer. Man muss zwar etwas mehr basteln und sich um Ersatzteile kümmern. Aber reparieren kann man den ja trotzdem noch.“ In einigen Wochen will man auch im Rathaus schlauer sein. Und die Birne wieder ans Laufen bringen.

Göbel-Fans müssen sich bis dahin mit den verbliebenen Spuren des vermeintlichen Glühbirnen-Erfinders im Stadtgebiet trösten: die Heinrich-Göbel-Straße und die Göbelbastei sind ja noch da – und die Göbel-Büste am Amtsgericht auch. Sein Geburtshaus am Oberntor? Das war wahrscheinlich gar nicht sein Geburtshaus. Aber das ist eine andere Geschichte.

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