weather-image
20°

Nabu-Experten planen Monitoring der Insekten

SPRINGE. Imker, Gärtner, Naturschützer und sogar Landwirte: Sie alle diskutieren derzeit bundesweit über das Bienensterben – und darüber, ob, wie und weshalb der Bestand der wichtigen Insekten abnimmt. Der Naturschutzbund Springe möchte die Debatte nun mit Zahlen untermauern.

Wildblumen sind wichtig: Ohne sie suchen Bienen vergeblich Nahrung. Der Nabu will nun feststellen, wie viele Bienen am Steinbruch leben. Foto: luise / pixelio.de
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Und plant deshalb, die Wildbienen am Deister zu zählen – appelliert aber schon gleichzeitig an alle Beteiligten, mehr Rücksicht auf die Belange der Insekten zu nehmen.

Rudolf Krause von Nabu macht keinen Hehl daraus, dass er sich von Landwirten, Hobbygärtnern aber auch von der Kommune einen entspannteren Umgang mit dem wünscht, was im Volksmund gemeinhin als Unkraut bezeichnet wird: „Da sind alle in der Pflicht.“ Denn genau jenes vermeintliche Unkraut, also Wildkräuter, böte nicht nur aber eben auch Bienen nicht nur Nahrung, sondern auch wichtige Rückzugsräume. Das werde aber allerorten abgemäht und herausgerissen: Ob so genanntes Straßenbegleitgrün oder der Grünstreifen neben dem Acker, überall geraten Huflattich, Löwenzahn und Co. unter Druck. Krause: „Wie da gesäbelt wird, da fasst man sich an den Kopf!“ Das habe eben auch entscheidende Konsequenzen für die Bienenvölker.

Um zu untersuchen, wie gefährdet die Fluginsekten am Deister bereits sind, plant Florian Gade vom Nabu ein Wildbienen-Monitoring – die Exemplare am Deister sollen also gezählt und der Bestand wissenschaftlich erfasst werden. Konkret wollen die Ehrenamtlichen die Bienen am Ebersberg-Steinbruche erforschen, um die Grundlage für einen Wildbienenführer zu erhalten. „Wir hoffen, mit dem Führer und weiteren Maßnahmen eine breite Öffentlichkeit zu erreichen“, sagt der Nabu-Vorsitzender Ingo Willenbockel. Die Erfassungsergebnisse sollen schließlich in einer Ausstellung mit Beiträgen ehrenamtlicher Aktiven aus Springe präsentiert werden. Ehrenamtliche möchten zudem Nisthilfen oder Blühstreifen zum Nutzen der Wildbienen anlegen.

Karsten Behr von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, die das Projekt finanziell unterstützt, hält den Steinbruch am Ebersberg für einen optimalen Standort: „Er ist sowohl ein wichtiger Lebensraum für Wildbienen als auch ein beliebtes Naherholungsgebiet“. So könnten viele Erholungssuchende mit Schildern und Flyern auf die Bedeutung der Wildbienen und ihre akute Gefährdung hingewiesen werden. Das Wildbienen-Projekt in Springe ist nach Auffassung der Bingo-Umweltstiftung beispielhaft für andere Städte.

Zum Auftakt zu der gesamten Aktion ist am kommenden Sonntag, 16. Juli, eine Exkursion geplant. Die Teilnahme daran ist kostenlos. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Skihang in der Straße „Lichtes Tal“. Gewandert wird von dort bis um 13 Uhr.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt