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Magdalene Döling verabschiedet sich nach 40 Jahren als Chorleiterin des Gestorfer Singkreises

„Musik ist mein Lebenselixier“

Gestorf (col). Etwas wehmütig ist sie schon bei dem Gedanken, in nur wenigen Wochen den Gestorfer Singkreis aufzugeben. Nach 40 Jahren als Chorleiterin wird Magdalene Döling mit einem Konzert am 15. Januar in der

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Gestorfer Kirche verabschiedet. Doch ein Abschied von der Musik soll es nicht werden, verspricht sie.

„Musik ist mein Lebenselixier“ sagt Döling. Und so begeistert, wie die 76-Jährige erzählt, glaubt man ihr das sofort. Als Pfarrerstochter wuchs Döling, geborene Bachmann, mit ihren drei Geschwistern in Essen auf. Schon mit fünf Jahren konnte sie Noten lesen, fing in der Grundschule mit dem Klavierspielen an. Mit 14 ging ihr großer Wunsch in Erfüllung – Querflöte spielen.

Nach dem Abitur ging sie für ein Lehramtsstudium nach Detmold. Ihre Fächer: Deutsch und – natürlich Musik. An der Hochschule lernte sie ihren Mann Waldemar kennen, ebenfalls ein leidenschaftlicher Musiker, der später mit vielen berühmten Kollegen auftrat.

Nach dem ersten Examen heiratete das Paar 1959 und lebte in Essen, wo Magdalene Döling ihre erste Lehrerstelle annahm. Nach drei Jahren, bereits als Mutter von zwei Söhnen, und mit dem zweiten Examen in der Tasche, kündigte sie ihre Stelle. In den nächsten beiden Jahren, die Familie lebte mittlerweile in Hamburg, bekam sie noch zwei Söhne. „Ich habe dann bis 1970 erst einmal eine Familienpause eingelegt“, sagt Döling.

Als ihr Mann beruflich nach Hannover musste, zog die Familie nach Gestorf. „Als Musiker und dann noch mit vier Kindern – da hat man in der Stadt keine Wohnung bekommen“, erinnert sich die Pädagogin an die beiden Jahre, als ihr Mann zwischen Hamburg und Hannover pendeln musste. 1967 wurde das Haus in Gestorf fertig und die Familie konnte einziehen.

1970 fing Magdalene Döling wieder an zu unterrichten, an der nahe gelegenen Grundschule. „Da konnte ich immer schnell nach Hause flitzen, wenn eines der Kinder mal krank war.“ Dort blieb sie bis 1998 Lehrerin. Neben dem Unterrichten, der Familie und der Musik fand sie noch die Zeit für ehrenamtliches Engagement. 13 Jahre lang war sie Mitglied der Landessynode und engagierte sich im Vorstand der Gestorfer Kirchengemeinde.

Die Sehnsucht nach Musik führte Döling, kaum wohnte sie in Gestorf, zum Singkreis. Ihr Mitwirken ist ein Geschenk für die damalige Chorleiterin Renate Kaping. „Als sie Weihnachten 1971 aufhörte, bekam ich die Stimmgabel in die Hand gedrückt“, sagt Döling. Ihr Mann übernahm die Leitung des Männerchores. „Aber er war ja viel auf Reisen, sodass ich häufig dort eingesprungen bin.“

Und heute? „Ich mache bei der Chorleitung alles mit der Stimme – aber leider macht die Stimme nicht mehr alles mit“, bedauert Döling. Sie will das Singen aber nicht ganz aufgeben, sondern in der Kantorei in Bennigsen weitermachen. Wie es mit dem Singkreis indes weitergeht, weiß sie nicht. Sie genieße um so mehr die noch verbleibenden Probenabende.

Auf ihr Abschiedskonzert freut sie sich, weil ein Teil ihrer Familie mit auf der Bühne stehen wird: Eine Schwiegertochter und zwei Enkelinnen begleiten das Konzert musikalisch. „Die elfjährige Fiene spielt zusammen mit ihrer Mutter Geige und die 14-jährige Mai singt solo in der Abschlusskantate“, sagt ihre Großmutter stolz. In der Familie haben viele die Leidenschaft zur Musik im Blut: Drei der vier Söhne Dölings haben die Musik zu ihrem Beruf gemacht und einer, eigentlich Radiologe, spielt in mehreren Bands. „Zu meinem 75. Geburtstag habe ich von allen ein ganz tolles Konzert bekommen“, schwärmt die Musikerin, die mittlerweile zwölf Enkelkinder hat. „Und die haben ja immer irgendwelche Feste“, sagt sie lachend. So ist sie auch viel unterwegs, nach Kiel, Freiburg, Berlin oder Mannheim. Immer in Griffweite: die Querflöte.



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