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Museum eröffnet Wolfgang Sperzels Auto-Cartoon-Ausstellung

SPRINGE. Der typische Mercedes-Fahrer? Nennt sein Auto Schatzi. Und der BMW-Fahrer? Der hat die linke Spur gekauft. Fest steht: Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind.

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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Der Cartoonist Wolfgang Sperzel veröffentlicht seit 1993 seine Cartoons in einer bekannten Auto-Fachzeitschrift. Jetzt stellt das Team vom Museum 130 neuere Werke des Comiczeichners aus.

Es sind die Knollnasigen Figuren mit dem auffälligen Zahnfleisch, die das Lächeln in diese Zeitung bringen, sagt Kurator Bernd Schönebaum. Vielleicht fühlt sich der eine oder andere ertappt, wenn Sperzel gekonnt humorvoll mit Klischees spielt. Das Besondere: Die Zeichnungen von dem 61-Jährigen sind selten nett – aber urkomisch und vor allem nie flach.

Der Cartoonist spielt dabei nicht nur mit Klischees, sondern überzeugt auch mit doppeldeutigen Wortspielen. In anderen Werken greift er aktuelle Themen wie die Abwrackprämie, den Klimawandel oder Elektromobilität auf. Mit viel Liebe zum Detail zeichnet er seine Cartoons von Hand mit Pinsel und Feder, tuscht und koloriert sie anschließend.

Als Museums-Chefin Heidi Dopheide eine Ausstellung von Sperzel in einem Springer Autohaus gesehen hat, stand für sie sofort fest: Das wäre auch eine gute Sache für das Museum. In der Einrichtung auf dem Burghof werden vor allem neuere Werke des Künstlers gezeigt.

Ein Museum, das Comics statt Bildende Kunst ausstellt? Für das Team ist das kein Problem: „Humor ist wichtig, vor allem auch in dieser Zeit mit vielen, negativen Nachrichten. Und vielleicht ist es für den einen oder anderen ein niedrigschwelliger Einstieg in das Museum“, sagt Dopheide. Für sie sei es wichtig, dass das Museum auf Vielfältigkeit setzt. Und: Das Thema Auto kennt keine Altersgrenzen.

„Während wir die Bilder aufgehängt haben, kamen uns schon die Tränen vor Lachen und wir bekamen Muskelkater“, weiß Dopheide und betont: „Lachen schadet der Krankheit“. Auch sind es absurde Situationen, etwa die erste Autohochzeit, die die Besucher zum Lachen bringen sollen.

Trotz der mittlerweile 24 Jahre, die Sperzel für ein Medium arbeitet und dabei immer ein Thema bedient, versiegt seine Inspirationsquelle nicht, sagt Schönebaum. Sperzel ist außerdem ein enger Freund von dem Springer Maler Sebastian Krüger.

Die Ausstellungseröffnung beginnt morgen um 11 Uhr im Museum.

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