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Mordskerle im Baumarkt: Susanne Mischke liest in Springe

SPRINGE. „So ein Baumarkt ist sehr inspirierend“, stellt die Bestseller-Krimi-Autorin Susanne Mischke fest. „Überall Mordwerkzeuge wie etwa Teppichmesser, und in einem meiner Romane wird dann ja auch schon mal jemand mit Bauschaum umgebracht.“ Mischkes Krimis sind echte Renner.

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Autor

Christoph Huppert Reporter

Kein Wunder also, dass die Lesung im Hagebaumarkt seit Langem ausverkauft war.

Im von den Mitarbeitern liebevoll hergerichteten, ganz auf Grün und Schwarz abgestimmten Veranstaltungsbereich mitten zwischen Sonnenschirmen, Gartenleuchten und fünfstöckigen Regalen mit Farbeimern, drängen sich auf Rattangestühl mehr als 120 Krimifreunde. Wie immer bei Mischkes Lesungen überwiegend weibliche Fans.

„Frauen morden mit Heimtücke, Männer mögen’s eher grobmotorisch“, stellte Baumarktleiter und Literaturfreund Dr. Martin Creutzig in seiner Begrüßung dann auch amüsiert fest.

Auf Mischkes Programm an diesem Abend „kleine böse Geschichten“ aus ihrem im Februar im Völksener zu Klampen-Verlag erschienenen 197 Seiten starken Bändchen „Mordskerle.“ „Wo trifft man die?“ fragt eine Zuhörerin, die eigens aus Pattensen angereist war. „Natürlich im Baumarkt.“ „Die ´Mordskerle´ sind wie meine 2012 bei zu Klampen erschienenen ´Mordsweiber´ genauso durchtrieben, hinterhältig, gewitzt und egoistisch“, stellte die Autorin fest.

„Ihre Spannung ist immer mit einer ordentlichen Prise Humor durchsetzt“, erklärte die Leserin aus Pattensen. Dazu kommt, dass Mischke eine ausgezeichnete Beobachterin ist. Mit wenigen treffenden Sätze umreißt sie ein Ambiente, etwa das einer Bar an der Hannoverschen Georgstraße, um dann mit sicherem Griff ihren Plot zu entwickeln. Der entfaltet sich langsam aber unaufhaltsam, mit stetig steigendem Spannungsbogen, um bei ihren Kurzgeschichten gekonnt in der Pointe des letzten Satzes zu kulminieren.

So wie bei der Eröffnungsgeschichte „Gnadenlos“ oder der etwas längeren Geschichte um ihren Ermittler, Hauptkommissar Bodo Völxsen. „Sheep-napping“. Dem sind seine Schafe abhandengekommen, aber was der Ex von Ulla damit zu tun hat, muss hier ein Geheimnis bleiben.

„Geduld, ein paar Morde kommen auch noch“, beruhigte die Mischke ihre Zuhörer nach den ersten mordlosen, gleichwohl durchaus gewalthaltigen Szenarien. Und tatsächlich, in der Bar „Oscar’s“ ging’s dann ordentlich zur Sache: skurril, blutig, witzig, abstrus, eben durch und durch menschlich.

Mittlerweile hat die von der Zeitschrift „Cosmopolitan“ zu recht hymnisch als „deutsche Krimikönigin“ gefeierte Autorin mehr als zwei Dutzend Romane veröffentlich. Zweifellos werden ihre „Mordskerle“ dabei an den Erfolg der „Mordsweiber“ und anderer Kurzgeschichte anknüpfen, ist sich Verleger Dietrich zu Klampen sicher. Und auch für ihn gibt es kein geeigneteres Ambiente als einen Baumarkt.



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