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Monika Blankenber zeigt, wie man mit Würde und Humor altert

SPRINGE. Freie Plätze gibt es im Ratskeller nicht. Die Kleinkunstbühne setzt sich mit dem Älterwerden auseinander – und das Thema bewegt. Monika Blankenberg, rheinländische Frohnatur, macht daraus allerdings keinen wehmütigen Abgesang auf die schöne Zeit der Jugend, sondern sieht das Ganze mit richtig viel Humor.

FOTO: VOIGTMANN

Autor

Horst Voigtmann Reporter

Und Lachen ist ja bekanntlich ein gutes Mittel gegen Sorgen, die eine gewisse Ähnlichkeit mit bösen Schwiegermüttern haben: „Ungefragt stehen sie vor der Tür, kommen rein und manche gehen gar nicht wieder. Und sie hinterlassen Spuren, dummerweise immer im Gesicht.“ Dabei, so sagt Blankenberg, wäre es ihr lieber, die Sorgen könnten sich eine andere Stelle ihres Körpers aussuchen – zum Beispiel die Füße. „Ich habe Schuhgröße 42“, erklärt sie ihren Vorschlag, „da können Sie Falten drin stapeln.“

Frauen, so erfahren die Gäste der Kleinkunstbühne, merken das Älterwerden auch daran, dass die Tiegel für die Schönheitspflege mit zunehmendem Alter extrem teuer und immer kleiner werden. Und daran, dass die morgendliche Restaurierung des Gesichts von Jahr zu Jahr mehr Zeit in Anspruch nimmt. Der Volljährigkeit fieberte sie als 17-Jährige entgegen. Die Tage wollten gar nicht vergehen, erinnert sich Blankenberg.

Aber als sie dann 18 war, stellte sie fest, dass die Zeit richtig Tempo aufnahm. „Heute habe ich den Eindruck, die rast an mir vorbei.“ Selbst der Ruf: „Warte doch mal, wir könnten doch noch mal was zusammen machen“, verhalle ungehört...

Auch zum Thema Sport und Bewegung hat Blankenberg einen Tipp: Sie hat in ihrer Wohnung ein Trimm-Rad aufgestellt. „Das staube ich auch regelmäßig ab und habe sogar schon eine Probefahrt damit gemacht“, verrät sie – und bekennt: „Wenn’s drauf ankommt, gewinnt immer mein innerer Schweinehund.“

Später schlüpft sie in die Rolle von Oma Anna, die sonst mit Rollator unterwegs ist. Derzeit werde in das Gefährt allerdings ein Navi eingebaut: „Wenn ich nicht mehr weiß, wo ich wohne, weiß der Rollator, wo wir hin müssen.“

Morgens gehe alles in diesem Alter nach klarer Ordnung zu: „Zuerst muss ich die Zähne finden und dann mein Hörgerät, damit ich mich fragen kann, wo die Brille ist.“ Blankenbergs Fazit: „Nur der Pessimist altert. Der Optimist bleibt jung!“

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