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Mögliche Bäder-Übernahme der Stadtwerke: Sorgen ernst nehmen

SPRINGE. „Niemand hat die Absicht, ein Freibad zu schließen“: Mit Sorge und etwas Sarkasmus verfolgt der Altenhägener Hartmut Siewert die Diskussion um die Übernahme der heimischen Hallen- und Freibäder durch die Stadtwerke. Er befürchtet, dass der Stadt die Kontrolle genommen werde.

Foto: Archiv/Helmbrecht
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Bürgermeister Christian Springfeld und Stadtwerke-Geschäftsführer Marcus Diekmann wollen diese Ängste zerstreuen.

Hintergrund der diskutierten Neuregelung seien allein steuerrechtliche und finanzielle Gründe – und das Ziel, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, so Springfeld: Sollten die Hallen- und Freibäder tatsächlich unter das Dach der Stadtwerke wandern, könnte die Stadt deren Verluste aus ihrem eigenen Etat streichen. „Steuerlicher Querverbund“ nennt sich das. Die Verluste würden demnach aus dem städtischen Haushalt verschwinden – und gleichzeitig bei den Stadtwerken zu Steuervorteilen führen, die laut Springfeld wiederum an die Stadt gehen. Von 220 000 Euro Mehreinnahmen pro Jahr ist die Rede.

Bedeutet das aber, dass die Stadt damit die Kontrolle über die Zukunft der Bäder abgibt? Nein, betont Bürgermeister Springfeld. „Die Stadt behält die Kontrolle.“ Die Sorge der Altenhägener und anderer Betreiber sei berechtigt und es sei gut, die aktuelle Diskussion kritisch zu hinterfragen, so Springfeld: „Aber die Betreiber werden den Wechsel nicht merken; im Alltag wird es keinen Unterschied machen. Alles wird genauso weiterlaufen und es wird sich nichts zum Nachteil ändern.“

Noch sei der Bäderverbund nicht beschlossen – unklar sei demnach auch, ob die Freibäder überhaupt dabei wären oder ob sich die Neuregelung nur auf das Hallenbad beschränken wird: „Wir machen das alles sehr überlegt.“ Für Mitte Januar sei eine erste Informationsveranstaltung geplant – wer daran teilnehmen soll, stehe aber noch nicht fest. Fest steht dagegen: Alle Details müssten in Verträgen festgeschrieben werden.

„Die Stadt wird allein Entscheidung treffen, was mit den Bädern passiert“, sagt auch Stadtwerke-Geschäftsführer Diekmann: „Die Vereine leisten tolle Arbeit, niemand wird da in seiner Arbeit beschnitten werden.“

Geht es nach Springfeld, soll das Thema bereits im März während der Ratssitzung auf den Tisch kommen. „Wir haben es jetzt im Haushalt abgebildet, daher möchte ich so früh wie möglich anfangen.“ 2019 müsse das Konzept demnach stehen.

Siewert hatte an die Politik appelliert, sich „mit dem Deal“ intensiv auseinanderzusetzen. Er befürchtet, dass Zuschüsse verringert oder gänzlich gestrichen würden oder gar die Immobilien verkauft würden. Auch wenn die Stadt die Mehrheit an den Stadtwerken halte, hätten auch andere Firmen, etwa BS Energy Anteile. „Wer sich aber im Gesellschaftsrecht auskennt, kennt das Risiko, das von 49,5 Prozent der Stimmanteile ausgehen kann“, schreibt Siewert, der viele Jahre im Vorstand des Waldbad-Vereins tätig war.

„Wir werden das ganz genau erörtern und von allen Seiten beleuchten, bevor wir eine Entscheidung treffen. Gerade auch für Altenhagen I würde ich das eher als Chance denn als Risiko sehen“, sagt Springfeld.



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