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Gottesdienst-Äußerungen von Pfarrer Johannes Sostaric stoßen vielen Kirchgängern bitter auf

Mitglieder der katholischen Gemeinde empört

Springe (jemi/mf). Im Zusammenhang mit den bekannt gewordenen Missbrauchsfällen nimmt die Kritik an der katholischen Kirche zu – auch in Springe. Dazu beigetragen haben offenbar auch Äußerungen von Pfarrer Johannes Sostaric. Er soll die Vorkommnisse im Gottesdienst heruntergespielt haben, berichten Kirchgänger.


Im Laufe dieser Woche meldeten sich gleich mehrere Mitglieder der Christ-König-Gemeinde zu Wort und brachten ihr Unverständnis über den Umgang des Geistlichen mit dem Thema zum Ausdruck. Zu ihnen gehört auch Rainer Ernst, der die Messe am Ostersonntag besucht hatte. Statt offener Worte, wie Ernst sie sich erhofft hatte, „leugnete der Pfarrer die hohe Zahl von Kirchenaustritten. Dabei hätte ich mir gewünscht, dass wenigstens in Springe die Kirche Farbe bekennt“, sagt Ernst und spricht von Vertuschungs-Mentalität in der katholischen Kirche. Man müsse die Gläubigen motivieren, in der Kirche zu bleiben.

Neben allgemeiner Medienschelte soll der Pfarrer nämlich auch die zahlreichen Kirchenaustritte in Springe geleugnet haben (NDZ berichtete), obwohl diese Zahlen vom Standesamt bestätigt wurden.

Eine 75-jährige Messe-Besucherin, die namentlich nicht genannt werden möchte, ist ebenfalls empört: „Wäre das Gotteshaus kein heiliger Raum, wäre ich laut geworden“, erzählt sie. Anstatt die Schuld bei sich selbst zu suchen, mache die Kirche andere zum Sündenbock. „Mich ärgert dieses fromme Getue, während im Hintergrund der Missbrauch mehr oder weniger geduldet wird“, sagt die Rentnerin.

Gemeinsam mit Rainer Ernst und anderen entrüsteten Gottesdienstbesuchern überlegt sie nun, einen Beschwerdebrief an den Bischof in Hildesheim zu schicken. Anders als früher nehme die Gemeinde schon lange nicht mehr alles kritiklos hin, was ein Pfarrer sage.

Sostaric weist die Vorwürfe auf Nachfrage zurück. Er habe das Wort Missbrauch in seiner Predigt nicht einmal erwähnt. Kritisiert habe er jedoch, dass die Medien sich an den jüngsten Vorkommnissen „ergötzen, gleichzeitig aber selbst Freizügigkeit propagieren und das Brechen von Gottes Geboten befürworten“, so Sostaric wörtlich.

Mit Blick auf die NDZ-Berichterstattung über die hohe Zahl von Kirchenaustritten in Springe gibt der Geistliche zu, vor der Gemeinde behauptet zu haben, dass das nicht stimme. Er muss aber gleichzeitig einräumen, zu diesem Zeitpunkt selbst keine aktuellen Zahlen in Erfahrung gebracht zu haben. Gestern nun Sostarics Kehrtwende: „Die in der Zeitung genannte Größenordnung kommt wohl hin.“



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