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Bauarbeiten am Eldagser Marktplatz fast abgeschlossen / Stadt holt Angebote für Brunnen ein

Mit Verspätung ins Ziel

Eldagsen. Einfach war es nicht umzusetzen, das Vorzeigeprojekt der Eldagser Stadtsanierung, das zugleich das größte im öffentlichen Raum ist. Im Gegenteil: Die Neugestaltung von Marktplatz und Kirchumfeld hatte sich als unerwartet problematisch erwiesen. Dennoch werden die Bauarbeiten in absehbarer Zeit abgeschlossen sein.

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Autor:

Markus Richter

Als der Bagger damals auf die ersten Knochen stieß und später ein umfangreiches Gräberfeld mit mehr als 300 Toten freilegte, ahnten die Planer schon, dass der Zeitplan nicht mehr einzuhalten war. Ursprünglich war der 18. Oktober anvisiert. Später tauchten Altlasten auf, die Erde war teilweise mit Quecksilber und Mineralöl belastet und musste ausgetauscht werden. Die Kosten stiegen deutlich an, um mindestens 176 000 Euro zusätzlich.

„Immerhin spielte das Wetter mit“, zieht Planungsamtsleiterin Susan Demelius jetzt Bilanz. Sie spricht trotz aller Hindernisse von einem guten Ergebnis. „Das lag sicher auch an der Flexibilität der Firma.“ Die setzte ihre Arbeiter für Aushub, Kanäle und Pflasterung immer dort ein, wo die Archäologen gerade nicht mit ihren Ausgrabungen beschäftigt waren.

In der kommenden Woche soll der erste Teil der Arbeiten abgenommen werden, dort, wo der Ortsrat einen Weihnachtsbaum aufstellen wird. Die Gesamtmaßnahme wird in Kürze folgen. Damit bleibt die Stadt bei ihrem Plan, in diesem Jahr einen Schlussstrich unter das neue Pflaster zu ziehen.

Problematisch ist dann nur noch die Situation mit dem Brunnen (NDZ berichtete). „Das eigentliche Ziel war, mit wenig Aufwand viel zu erreichen“, sagt Demelius. Doch davon ist man weit entfernt. Für die Neugestaltung des Wasserspiels werden derzeit Angebote eingeholt und der Politik dann im Fachausschuss vorgestellt. Für den Fall, dass der Brunnen tatsächlich im nächsten Jahr gebaut wird, so wie es der Ortsrat jüngst beschlossen hatte, winken Fördergelder von bis zu 17 500 Euro. Fest steht aber auch, dass die Stadt einen großen Anteil selber tragen muss, beziehungsweise der Ortsrat sein Budget opfert. Springes Ortsbürgermeister Carsten Marock jedenfalls unterstützt den Plan der Eldagser und erinnert an den „Springe-Brunnen“ am Oberntor: „Der ist ein prägendes Element und wird sehr gut angenommen.“ Die wenigen Kritiker seien verstummt.

Der Ortsrat feiert den Abschluss der Bauarbeiten: Am Mittwoch, 4. Dezember, wird eine Getränkebude am Marktplatz aufgestellt. Die Politiker laden alle interessierten Mitbürger ein, sich an Glühwein und Kakao, Schmalzbroten und Grillwürstchen zu laben, ohne dafür bezahlen zu müssen.

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