weather-image
Die Bilanz nach zwei Jahren Freiwilligendienst: In Springe ist der Bedarf höher als das Kontingent

Mit großem Engagement

Springe. Zwei Jahre nach der Einführung hat sich der Bundesfreiwilligendienst (BFD) in Springe zwar etabliert, seine Möglichkeiten sind aber längst nicht ausgeschöpft. Der Bedarf ist vorhanden – doch entweder scheitert es an dem geringen Kontingent, oder an der niedrigen Bewerberzahl.

270_008_6560825_buftine3.jpg

Autor:

Markus Richter

Beispiel Stadtverwaltung. Sie setzt die Bundesfreiwilligendienstleistenden (Bufdis genannt) in ihren Jugendzentren ein. Drei Stellen gibt das Kontingent her. Zu wenig, bedauert Claudia Wechsel aus dem Personalamt. „Die Kontingente sind das Problem.“ Die Stellen werden von der Bundesregierung vergeben und finanziert – da bleibt in kleinen Kommunen nicht viel. Bis zum Ende der Wehrpflicht waren allein drei Zivis im Jugendzentrum in der Kernstadt beschäftigt.

Vor allem werden Bufdis in der Freien Wohlfahrtspflege eingesetzt. Von denen wurde das Konzept anfangs durchaus kritisch betrachtet. Beim in Springe stark vertretenen Roten Kreuz etwa habe sich der Freiwilligendienst jetzt besser eingespielt, sagt Sprecherin Christina Blachnik. „Meine Erfahrung ist, dass ein Bufdi oft mit ganz anderem Elan zur Sache geht als damals ein Zivi.“ Vorteil auch: Nicht nur Schulabgänger, sondern auch ältere Menschen können sich gegen ein geringes Entgelt in den Dienst der guten Sache stellen. „Es gibt bei uns in Hemmingen einen, der ist bereits über 50.“

Deutlich jünger, aber ebenso motiviert, ist Sarah Garbe. Die 17-Jährige ist nach der elften Klasse vom Gymnasium abgegangen und überbrückt das eine Jahr für die Berufsorientierung. „Ich wollte unbedingt die Arbeit im sozialen Bereich besser kennenlernen.“ In der Bison-Kita spielt die Springerin jetzt mit Kleinkindern, liest ihnen vor, hilft ihnen beim Umziehen und bereitet das Frühstück für die Knirpse vor. Sarah schließt nicht aus, im Anschluss in diesem Bereich eine Ausbildung zu machen. Eine weitere Stelle bietet das DRK in der Kita in Eldagsen an – auch die ist besetzt. „In diesem Bereich haben wir mehr Bewerber, als wir einstellen können“, sagt Blachnik. Anders sieht es da bei der Pflege aus: In der Sozialstation ist nur eine Stelle besetzt, mehr wäre schön, sagt die Rotkreuz-Sprecherin. Auch wenn der Bufdi dort keine pflegerischen Tätigkeiten absolviert, scheint die Kinderbetreuung attraktiver zu sei.

Viel Potenzial bietet der Rettungsdienst. In der Wache an der Eldagsener Straße arbeiten zurzeit fünf Bufdis. Sie fahren Blutkonserven, befördern Schüler oder Patienten – mit medizinischen Grundkenntnissen, aber nicht mehr mit der Ausbildung, die es noch bei 13 oder 18 Monaten Zivildienst gab. Wachenleiter Robert Brandel erinnert sich aber auch daran, wie der sogenannte Ersatzdienst zum Ende aussah: „Als die Zeit auf neun Monate reduziert wurde, konnten wir keine umfangreiche Ausbildung anbieten.“ Ob BFD oder FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) – im Rettungsdienst der Region gibt es da praktisch keinen Unterschied. Brandel kann denn auch nicht nachvollziehen, warum beide Programme nicht endlich verschmolzen werden.

„Aktuell haben keinen FSJler und können noch jede Menge Bufdis unterbringen“, sagt er. Wer Interesse hat, kann sich direkt in der Wache unter 05041/770211 informieren.



Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt