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Mit dem Glas auf den Hinterkopf

Springe. Streit, Schläge, Lügen – und viele Versionen der Wahrheit: Eine heftige Keilerei vor der Gaststätte Mensch Meier vor einem Jahr hatte jetzt für einen 21-Jährigen aus dem Ruhrgebiet ein juristisches Nachspiel. Richterin Tanja Künnemann verurteilte den jungen Mann am Amtsgericht wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 750 Euro.

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Weil er einen 25-jährigen Springer mit einem Glas auf den Kopf geschlagen und den DJ im Gesicht gekratzt haben soll, musste er sich vor der Justiz verantworten. Die Anklage lautete auf gefährliche Körperverletzung mit einem Gegenstand. Denn das 25-jährige Opfer erlitt nach eigenen Aussagen eine Schnittverletzung am Hinterkopf, die genäht werden musste. Ein harter Gegenstand sei ihm im Streit mit dem Angeklagten auf den Kopf gehauen worden, sagte das Opfer. An den Tatablauf konnte sich der Mann allerdings nur teilweise erinnern. Er sei stark alkoholisiert gewesen, berichtete er.

Offenbar deshalb und weil er aggressiv wirkte, war er zunächst auch mit dem Freund des Angeklagten in Streit geraten.

Um beide Kontrahenten zu trennen, sei er dazwischen getreten, so der Angeklagte. Er räumte auch ein, den Springer mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Ein Glas oder eine Flasche habe er dabei aber nicht in der Hand gehalten, behauptete er.

Das hingegen wollte einer der sechs geladenen Zeugen gesehen haben. Er schilderte die Tat ausführlich. Ein zweiter Zeuge, der DJ im Lokal, meinte, ein Glas in der Schlagbewegung des Angeklagten wahrgenommen zu haben. Im Detail konnte er sich aber nicht erinnern.

Vier weitere Zeugen erklärten, dass bei der Schlägerei keine Gegenstände im Spiel gewesen seien. „Im Zweifel für den Angeklagten“, urteilte Richterin Künnemann und sprach den Mann in diesem Anklagepunkt frei. Hingegen erkannte sie ihn schuldig, den DJ im Gesicht gekratzt zu haben, als der ihn aus dem Lokal hinaus komplementieren wollte.

Der habe ihn am Hals gewürgt, erklärte der Angeklagte. Aus dieser Situation habe er sich befreien wollen. Der 47-jährige Discjockey erlitt einen Bluterguss am Auge.

Er hatte den Streit beobachtet, als er auf sein Taxi nach Hause wartete, sagte er in seiner Aussage. Als der Streit eskalierte und das vermeintliche Glas ins Spiel kam, habe er den Angeklagten mit einer Art Polizeigriff festgehalten und aus dem Lokal begleitet. Der habe sich gewehrt und versucht, sich mit den Fingern im Gesicht des 47-Jährigen festzukrallen. br



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