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Minguet Quartett in Springe: große Werke im kammermusikalischen Gewand

SPRINGE. Große Werke für Orchester und Chöre kammermusikalisch zu bearbeiten, um sie bekannt und für die Hausmusik nutzbar zu machen, war im 18. und 19. Jahrhundert populär. Das Minguet-Streichquartett hat sich auf solche Bearbeitungen spezialisiert – und begeisterte jetzt knapp 60 Zuhörerinnen und Zuhörer mit ihrem Konzert in der Christ-König-Kirche.

Autor

Horst Voigtmann Reporter

Das preisgekrönte Quartett, das in Konzertsälen weltweit unterwegs ist und auf Einladung des Kulturkreises jetzt in Springe Station machte, präsentierte etwa meisterhaft Peter Lichtenthals Bearbeitung von Mozarts Requiem in d-moll. Wer das Werk einmal mit Orchester und Chor erlebt hat, konnte sich in den einzelnen Passagen der kammermusikalischen Darbietung gut orientieren und beispielsweise das „Dies irae“ (Tag des Zorns) oder das „Lacrymosa“ (Tränenreich) auch ohne gesungenen Text heraushören.

Fast wie die Fortsetzung des Requiems wirkte die musikalische Umsetzung des Gedichts von Friedrich Rückert durch Gustav Mahler, die ein Mitglied des Ensembles, Annette Reisinger, für das Quartett bearbeitet hat: „Ich bin der Welt abhandengekommen“. Wobei es dabei nicht um das Ende des Lebens, sondern um den Rückzug in sich selbst und um eine große Liebe geht. „Ich bin gestorben dem Weltgewimmel und ruh‘ in einem stillen Gebiet. Ich leb‘ in mir und meinem Himmel, in meinem Lieben, in meinem Lied“, heißt es in der dritten und letzten Strophe des Gedichtes.

Akustik in der Christ-König-Kirche lässt keine Wünsche offen

Der Vortrag von Ulrich Isfort (1. Violine), Annette Reisinger (2. Violine), Aida-Carmen Soanea (Bratsche) und Matthias Diener (Cello) war brillant. Kein Wunder, denn das Minguet Quartett ist seit 34 Jahren in den Konzertsälen Europas, Japans, Mittel- und Südamerikas, Kanadas und den USA unterwegs. Zahlreiche und bedeutende Auszeichnungen bekam das Ensemble, das sich auf die romantische Literatur sowie die Musik der Moderne konzentriert: 2010 etwa den Klassik-Echo, 2015 den renommierten französische Diapason d’Or und 2020 das Stipendium „Reload“ der Kulturstiftung des Bundes.

Der Applaus des Publikums hallte in der Christ-König-Kirche, deren Akustik sich vor den großen Hallen nicht verstecken muss, noch eine Weile nach und nötigte das Ensemble noch einige Male in den Altarraum, um sich für das Zeichen der Hochachtung durch das Publikum zu bedanken.

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