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Nordeon investiert im ersten Jahr mächtig in den Standort Springe

Millionen für Maschinen

Springe. Da stehen sie nun, die meisten der 240 Mitarbeiter, unter ihnen viele neue Gesichter. Es ist der Montag dieser Woche und die Chefs haben zur Versammlung eingeladen. Patrick van Rossum und Michael Bartesch stehen vorne – und dort sehen sie sich auch: Ein Jahr, nachdem der niederländische Investor Varova in Springe das Ruder übernommen hat, herrscht bei Philips-Nachfolgefirma Nordeon Zufriedenheit.

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VON CHRISTIAN ZETT

Aus den Niederlanden ist in den vergangenen Monaten ordentlich Geld nach Springe geflossen. Mehrere Millionen Euro investierte Varova in neue Maschinen und weitere Ausstattung. Laut Nordeon-Sprecher Marc Leiskau entstand so der „größte ESD-Bereich Europas“, der inzwischen 35 Prozent der Produktionsfläche erfasst. Hier werden empfindliche Bauteile vor der Beschädigung durch elektrostatische Entladung geschützt.

Dazu kommen die Neueinstellungen: Zusätzliche 60 Mitarbeiter arbeiten in den Bereichen Entwicklung, Werbung, EDV und Personalwesen. „Ich sehe hier fast täglich neue Gesichter“, sagt Leiskau. Für eine kleinere Stadt wie Springe sei es nicht einfach, Fachleute für Beleuchtung anzulocken: „Aber die Kollegen ziehen her, von überall mit ihren Familien.“

Die selbstgesteckten Ziele seien „mehr als erfüllt“, verkündete denn auch Geschäftsführer und Varova-Partner Patrick van Rossum vor seinen Mitarbeitern. Man habe neue Produkte entwickelt – und neue Möglichkeiten, diese auf den Markt zu bringen. Denn eines ist klar: Nordeon hat nur eine Zukunft, wenn es dem Unternehmen gelingt, sich endgültig von Philips zu lösen: Das Vorgängerunternehmen hatte sich als Teil des Werksverkaufs verpflichtet, noch einige Jahre lang dem Springer Werk als Kunde erhalten zu bleiben. Als Beispiel für Innovationen made in Springe nennt van Rossum die Leuchte Nordeon Viking für Industrieanlagen oder Parkgaragen oder das Modell „Idun“ für Geschäftsräume, Klassenzimmer oder Kantinen. Eine ganze Reihe weiterer Leuchten für den europäischen Markt befänden sich „in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium“, so Sprecher Leiskau.

Endkunde bleibt also der Großabnehmer – und den will Nordeon nicht nur mit einem per Tochterfirma neu eröffneten Internetshop erreichen. Das Problem, dass Philips schon vor Jahren den gesamten Vertrieb aus Springe nach Hamburg abzog, will man auch anders angehen: In den vergangenen Monaten hat Nordeon die finanziell ins Schlingern geratenen Firmen Vulkan und Hess gekauft (NDZ berichtete). An der Rathenaustraße spricht man im Zusammenhang mit den Übernahmen von der „Möglichkeit eines Marktzugangs für die in Springe gefertigten Produkte“.

Betriebsrats-Chef Joachim Kasper hatte sich im Sommer positiv zur Situation von Nordeon geäußert. Im ersten Jahr nach dem Start, sagte er damals, seien aber Kündigungen und andere Veränderungen ohnehin ausgeschlossen worden. Vor allem die zuletzt von so vielen Veränderungen betroffenen Philips-Mitarbeiter dürften die nächsten Jahre gespannt verfolgen.

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