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Neue Serie: Das deutsche Patentamt verzeichnet gut 1000 Erfindungen aus Springe

Mehr als Göbel

Springe. Für viele Springer war Heinrich Göbel jahrelang eine wahre Leuchte: Er hauchte der Stadt Erfindergeist und Kreativität ein. Ob die Glühlampen-Geschichte den Tatsachen entspricht, ist heute zweifelhaft. Und: Es ist egal. Denn dass Springe die Stadt der Erfinder ist, das hat sie hochoffiziell: Seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland sind beim Patent- und Markenamt in München mehr als 1000 Erfindungen registriert, an denen Springer beteiligt waren.

Autor:

VON CHRISTIAN ZETT

Darunter sind viele industrielle Bauteile und Maschinen – aber auch kleine Alltagshelfer, die den großen Durchbruch noch nicht so recht geschafft haben. In einer neuen Serie möchte die Neue Deister-Zeitung einige dieser Erfindungen und Erfinder in unregelmäßiger Erscheinungsweise vorstellen.

Die Nachkriegsgeschichte der Springer Erfindungskunst beginnt am 4. Mai 1950. Diplom-Ingenieur Ernst Greten meldet an diesem Donnerstag im Namen der „Bähre Holzwerk GmbH“ ein Patent an. Die Erfindung: ein Stuhl mit Sperrholzsitzplatte und einem Belag aus Linoleum. Was genau dieses Möbelstück so besonders machte, bleibt hier aber offen – die Originalunterlagen sind schlecht eingescannt.

Wer das Archiv des Patentamts durchstöbert, der geht auf eine Reise durch die Springer Industriegeschichte. Hier finden sich Zeugnisse dessen, was die heimischen Firmen hervorgebracht haben: Sage und schreibe 294 der Patente gehören allein zu den ehrwürdigen Bison-Werken oder dessen Nachfolgefirmen Kvaerner und Binos. Doch nicht nur in der Heimat waren die Springer Tüftler aktiv: Zahlreiche Patente sind im Besitz von regionalen oder nationalen Firmen, deren an der Erfindung beteiligten Mitarbeiter aus Springe kommen. Auf der Liste stehen Hannoveraner Firmen wie der Fahrzeugzulieferer Wabco oder Reifen- und Gummiriese Continental, aber auch das Weltunternehmen Bosch ist mit Erfindungen vertreten.

Und zwischendurch: immer wieder kleine Schätze. Wer die Beschreibung dieser Erfindungen liest, fühlt sich Tüftler-Ikone und Comicheld Daniel Düsentrieb erinnert. Da gibt es einen Kopftoch-Einsatz, der technisch verhindern soll, dass die Milch überkocht. Eine Parkscheibe, die mit dem Auto verbunden ist und automatisch die Ankunftszeit des Wagens speichert. Ein verbesserter Hartschalenkoffer, erfunden in einer längst nicht mehr existierenden Reiseartikel-Firma. Ein Gitarrenschutz, der verhindert, dass der Hosenknopf das Instrument zerkratzt.

Die jüngsten Erfindungen sind auch schon ein Stück Geschichte: Die Firma Dätwyler meldete sie kurz vor ihrem Wegzug aus Bennigsen an.



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