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Bei Boitzum soll die größte Anlage in der Region Hannover entstehen

Maststall für 75 600 Hähnchen geplant

Springe/Boitzum (mari). Ein heimischer Landwirt will an der Straße zwischen Boitzum und Wülfinghausen eine Hähnchen-Mastanlage für fast 80 000 Tiere bauen. Der Betrieb wäre damit der mit Abstand größte in der Region Hannover. Die Stadt Springe sieht keine Möglichkeit, den Plänen nicht zuzustimmen. „Alles andere wäre Willkür“, sagt Baudezernent Hermann Aden.


Laut Antrag sollen in dem Stall bis zu 75 600 Hähnchen gehalten werden. Als Baugebiet ist eine Fläche gegenüber des Steinbrinks vorgesehen, sie ist 1500 Meter von den nächsten Häusern entfernt. Die Tiere sind für einen Riesenschlachthof in Wietze (Kreis Celle) bestimmt. Mehr als 20 Bürgerinitiativen wehren sich gegen den Bau. Auch in Bad Münder regt sich massiver Widerstand gegen einen geplanten Hähnchen-Maststall (39 900 Tiere) am Ortsrand Eimbeckhausen. Sowohl Baudezernent Aden als auch der für Boitzum zuständige Ortsbürgermeister Heinrich Freimann gehen dennoch davon aus, dass es gegen den Springer Mastbetrieb keine gravierende Proteste geben wird.

Der entlegene Standort sei für das Vorhaben nahezu ideal. „So, wie die Anlage konzipiert ist, riecht man schon in 300 Metern Entfernung kaum noch etwas“, erklärt Aden. Bei dem Betreiber handelt es sich nach NDZ-Informationen um einen beliebten örtlichen Landwirt. Der ehemalige Ortsbürgermeister hält derzeit 200 Hühner und hat angekündigt, demnächst zu einer Bürger-Informationsveranstaltung in seine Scheune einzuladen. Ende Mai sollen die Pläne im Ortsrat Holtensen-Boitzum-Wülfinghausen beraten werden.

Das Thema Mastfarmen sieht Aden „zwiespältig“. Als Wirtschaftsförderer könne er es keinem Landwirt verübeln, seine Chance zu ergreifen. „Aber als Umweltdezernent bin ich nicht wirklich glücklich darüber, wenn so viele Hähnchen auf engem Platz gehalten werden.“ Von dem geplanten Maststall geht seiner Einschätzung nach keine Gefahr für den Bürger aus. Auch das Argument, die Anwohner müssten mit vermehrtem Dung-Geruch rechnen, zähle nicht: Schon derzeit würden die Springer Bauern Hühnermist ausbringen. Der werde jetzt allerdings aus Südoldenburg und den Niederlanden geholt.

Ob der Mastbetrieb genehmigt wird, entscheidet letztlich die Region Hannover. Die Stadt Springe ist lediglich am Verfahren – einem sogenannten „großen Antrag nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz“ – beteiligt. Die Pläne sollen noch vor den Sommerferien öffentlich ausgelegt werden.



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