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„Ich bin kein kleiner Hische“/ 16-Jähriger will virtuellen Austausch mit Niort aufbauen und Aktionen ins Leben rufen

Marvin Gouraud: halb Franzose, voll Jugendbürgermeister

Springe (ric). Bis Dienstag war Marvin Gouraud noch ein ganz normaler 16-Jähriger. Gut, er steht auf Rock’n’Roll, aber sonst. Ein sympathischer Jugendlicher, begeisterter Radfahrer, Fotografie-Fan. Jetzt ist er Jugendbürgermeister. Der erste, der jemals in Springe gewählt worden ist.

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Marvin ist ein halb Franzose, ist zweisprachig aufgewachsen. Seinen Namen, schmunzelt er, schreibt kaum jemand richtig. Doch jetzt wird er wohl öfter fallen. Dennoch: Marvin Gouraud bleibt nach der Wahl auf dem Teppich. „Auch wenn es mich natürlich sehr gefreut hat, klar war das nicht, dass ich es auch werde.“ Sein Interesse an der Politik wuchs im vergangenen Sommer, als er der Jungen Union Springe betrat. Doch das Jugendparlament soll keine parteipolitische Ausrichtung dadurch bekommen, wird Marvin nicht müde zu betonen. Er will etwas erreichen. Mit Jugendlichen. Für Jugendliche.

Seine erste Idee hat auch viel mit seinen Wurzeln und der Leidenschaft fürs Reisen zu tun: „Ich möchte eine Internet-Seite aufbauen, auf der sich Jugendliche aus Springe mit denen aus unserer Partnerstadt Niort austauschen können.“ Das Jugendparlament soll offiziell immer ein paar Tage vor dem Jugendhilfe-Ausschuss zusammenkommen. Die neun Mitglieder wollen sich aber auch außer der Reihe treffen. Um Ideen zu sammeln und Arbeitsgruppen zu gründen. „Es geht uns vor allem darum, Veranstaltungen ins Leben zu rufen – und die Interessen der jungen Leute im Alltag zu vertreten“, sagt der Zwölftklässler des Otto-Hahn-Gymnasiums. Ein Problem aus Sicht der Jungparlamentarier: In Springe gibt es zu wenig Veranstaltungen. Das soll sich ändern – mit Sportturnieren, Konzerten oder Workshops. Bis vor zwei Jahren hat der gebürtige Kölner noch in Bennigsen gelebt. Er weiß: Der letzt Bus in die Ortsteile fährt meistens schon um 18 Uhr. Pech für alle, die nicht mobil sind? „Vielleicht gelingt es uns, eine Art Home-Bus ins Leben zu rufen.“ Das Jugendparlament plant zudem, einen Vertreter zur nächsten Fahrplan-Überarbeitung zur RegioBus zu schicken. „Beim Schülertransport gibt es immer etwas nachzubessern“, ist der 16-Jährige überzeugt.

Das JuPa, sagt Marvin erneut, soll nichts mit der CDU zu tun haben, auch wenn er im JU-Beirat sitzt. „Ich bin auch kein kleiner Bürgermeister Hische“, schmunzelt er. Bald wird Marvin Abitur machen. Seine Leistungskurse: Chemie, Biologie und – wer hätt’s gedacht – Politik.

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