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Marie Lenz engagiert sich für den Tierschutz

SPRINGE. Sie sind die besten Freunde des Menschen und immer treue Begleiter in den glücklichsten und traurigsten Stunden: Haustiere gehören zur Familie. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die geliebten Tiere gut zu behandeln – doch das gehört in vielen Ländern nicht zum Alltag.

Seit drei Jahren engagiert sich Marie Lenz für den Tierschutzverein Südkreta und besucht regelmäßig die Tierheime vor Ort.
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Autor

Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Oft werden Hunde grausam gequält, teilweise sogar brutal ertränkt oder verätzt. Marie Lenz hat genau das schon gesehen. Seit drei Jahren engagiert sich die Springerin für den Tierschutzverein Südkreta.

Seit vier Monaten ist die 25-Jährige Ungarn-Korrespondentin des Vereins. Heißt: Sie ist in ständigem Kontakt mit zwei Tierheimen, mit denen der Verein kooperiert, um Hunden ein neues – und vor allem liebevolles – Zuhause zu bieten. Alle sechs bis acht Wochen kommen die Hunde aus Ungarn nach Deutschland. Vermittelt werden die Tiere dann an sogenannte Pflegestellen. Ehrenamtliche nehmen dann den Hund vorübergehend bei sich auf, bis die Vierbeiner vermittelt werden.

„Dann achten wir auch genau darauf, dass die Chemie zwischen dem Hund und den neuen Haltern passt und sehen uns auch an, wo die Tiere hinkommen“, sagt Lenz. Außerdem halten die Mitglieder engen Kontakt mit dem neuen Halter, um die Entwicklung der Hunde weiter zu verfolgen. „Viele schicken mir dann auch Fotos. Das ist toll, zu sehen, wie gut es ihnen geht.“

Denn das neue Familienmitglied hat häufig eine traurige Lebensgeschichte und traumatische Erlebnisse hinter sich. „Ich bin trotzdem immer fasziniert, wie die Tiere das hinter sich lassen können und wie froh sie sind, ein neues Zuhause zu haben.“ Dennoch: Leicht zu verarbeiten sind die zum Teil grausamen Schicksale auch für die junge Studentin nicht.

„Es sind Dinge, die man natürlich nicht sehen will. Aber ich versuche es immer positiv zu sehen und daraus meine Motivation zu ziehen, mich noch mehr für den Tierschutz zu engagieren.“ Zwei Mal war sie bereits auf Kreta, um sich selbst ein Bild von den Zuständen zu machen. „Es ist furchtbar, die Tiere werden dort an kurzen Ketten gehalten. Wir haben sogar schon einen stark verätzten Hund einschläfern lassen, um ihn von seinem Leid zu erlösen“, erinnert sich die Springerin.

Welpen werden dort in Mülltüten abgegeben. „Es ist genau so wichtig und toll, dass sich auch in Deutschland viele für den Tierschutz engagieren. In anderen Ländern gibt es bisher nur wenige Fürsprecher.“

Aus diesem Grund will sie sich Mitte März mit einer Freundin, der Springerin Anna Hartje, auch in Ungarn die Arbeit der Tierheime ansehen, und hofft, einen großen Transporter zu finden, um einige Tiere mit nach Deutschland zu nehmen. „In Ungarn ist die Haltung der Tiere extrem schlimm. Und dabei liegt das Land im europäischen Umland.“

Die ehrenamtliche Arbeit – neben Job und Studium – sei aber manchmal stressig. „Aber auch sehr erfüllend.“ Bevor die Tiere nach Deutschland geholt werden, muss jede Menge Bürokratie ausgefüllt werden. Möglich ist es auch, Flugpate zu werden. Dann können die Tiere über einen Flugpassagier reisen. „Die Tiere müssen gechippt, einen internationalen Tierausweis haben und mit sogenannten Traces-Dokumenten reisen“, erklärt Lenz. Der Hund reist dann in einer Flugbox im Frachtraum und wird am Zielflughafen direkt vom Verein in Empfang genommen. Der Flugpate muss sich also um nichts kümmern, so Lenz. Auch für private Pflegefamilien fallen keine zusätzlichen Kosten an. Der Verein übernimmt die Versicherung, bezahlt die Hundesteuer und übernimmt bei Bedarf Tierarzt-Kosten. „Ohne unsere Pflegestellen könnten wir nichts bewirken, wir sind auf Helfer angewiesen.“ Daher hat Lenz ihre Familie und ihren Freund mit ins Boot geholt, die sie unterstützen.

Wer sich ebenfalls engagieren möchte, kann sich per E-Mail an marie.lenz12@web.de wenden.

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