weather-image
21°

Mann würgt und schlägt seine Freundin

SPRINGE. Er hat seine Freundin gewürgt, ihr Haarbüschel ausgerissen und sie geohrfeigt: Wegen gefährlicher Körperverletzung musste sich jetzt ein 40-Jähriger aus dem Springer Stadtgebiet vorm Amtsgericht Springe verantworten. Bei der Tat war er stark alkoholisiert.

270_0900_122378_amtsgerichtInnen3_ric.jpg

Autor

Anne Brinkmann-Thies Reporterin

Die Polizei stellte später einen Blutalkoholwert von 3,2 Promille fest.

„Ich kann mich an fast nichts erinnern“, erklärte der Mann, der mit seiner Freundin nach wie vor zusammen- wohnt. Weder zuvor noch danach habe es jemals eine körperliche Attacke gegen die 35-Jährige gegeben, erklärte der Angeklagte.

Der Vorfall ereignete sich im Herbst 2017, am Geburtstag des Mannes. „Wir hatten schon den ganzen Tag lang getrunken“, erzählte der Mann, der wegen seiner Alkoholsucht schon zahlreiche Therapien absolviert hat. Ausgerastet sei er dann, als seine Freundin ihn filmte, nachdem er von einem Stuhl gefallen war. Dass er sie gewürgt und geschlagen habe, daran erinnere er sich nur noch bruchstückhaft.

Die Freundin konnte sich an diesen Tag noch deutlich erinnern, auch wenn bei ihr später ein Atemalkoholgehalt von 2,3 festgestellt worden war.

Gemeinsam mit einem Bekannten hätten sie den Tag verbracht, Spiele gemacht und getrunken, erzählte die Frau in ihrer Zeugenaussage. Irgendwann habe sie die Handy-Kamera gezückt und dabei auch den Sturz ihres Freundes gefilmt. Daraufhin habe er ihr das Smartphone aus der Hand gerissen und sie geschlagen. „Ich kannte ihn so nicht und hatte Angst“, erzählte sie. Deshalb habe sie ein Käsemesser, das sie ihrem Freund zum Geburtstag geschenkt hatte, in die Hand genommen und sich in eine Ecke gekauert. Er habe sie von dort an den Haaren herausgezogen und ihr dabei Haarbüschel ausgerissen. Auch gewürgt habe er sie.

„Würgen ist sehr gefährlich“, mahnte die Strafrichterin den Angeklagten. Er hätte seine Freundin dabei den Kehlkopf eindrücken können.

Der Bekannte, der die Attacken beobachtet hatte, wollte in dieser Situation die Polizei alarmieren. „Das wollte ich aber nicht“, sagte die Freundin. Erst als sie im Badezimmerspielgel sah, dass sie stark blutete, rief sie selbst die Polizei an.

Die Polizei nahm den Mann mit auf das Revier, danach durfte er sich seiner Freundin rund eine Woche nicht nähern. Sie habe ihren Freund aber bereits am nächsten Tag vermisst und ihn auch angerufen, berichtete sie.

Als er wieder in die gemeinsame Wohnung eingezogen war, habe es auch eine lange Aussprache zwischen den beiden gegeben. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das noch einmal macht“, sagte die 35-Jährige.

Es wäre gar nicht zu einer Gerichtsverhandlung gekommen, wenn der 40-Jährige nach der Tat eine Auflage der hannoverschen Staatsanwaltschaft erfüllt hätte. Danach musste er 20 Sitzungen in einem Männerbüro absolvieren. Nach zehn Sitzungen sei er allerdings erkrankt, er habe in dem heißen Sommer Herzprobleme gehabt, erzählte der Mann.

Weil er aber keine Krankmeldung vorlegte, flog er aus der Gruppe – und erfüllte die staatsanwaltliche Auflage nicht.

Die Strafrichterin stellte das Verfahren gegen den bislang unbescholtenen Mann aus dem Stadtgebiet ein. Er bekam aber eine Auflage und muss nun 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt