weather-image
32°

Mann tritt Tür in Flüchtlingsunterkunft ein

SPRINGE. Weil er die Tür in einer Flüchtlingsunterkunft in Springe eingeschlagen hat, musste sich jetzt ein 31-Jähriger wegen Sachbeschädigung vor dem Amtsgericht verantworten.

270_0900_46371_amtsgerichtInnen3_ric.jpg

Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Der junge Mann, der aus dem Irak stammt, wollte im Januar eine damals 16-Jährige treffen, mit der er nach islamischem Recht verheiratet ist. Das Paar erwartet ein Kind.

Die junge Frau, die rechtlich als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling gilt, war in Springe in einer anderen Einrichtung als ihr Mann untergebracht. Als der 31-Jährige versuchte, zu ihr zu gelangen, wurde er von einer Angestellten der Einrichtung abgewiesen. Offenbar packte den Mann dann die Wut, und er schlug so heftig gegen die Tür, dass die aus den Angeln sprang und beschädigt wurde. Er sei unschuldig, ließ der Mann jetzt zunächst vor Gericht über seinen Dolmetscher erklären. Nicht er, sondern ein Angestellter in der Flüchtlingsunterkunft habe die Tür beschädigt. Dieser sei danach sogar entlassen worden.

Doch der Vorsitzenden Richterin lagen gleich mehrere Zeugenaussagen vor, die das Gegenteil erklärten. Gleich fünf Frauen und Männer hätten die Szene beobachtet und den Angeklagten als Täter benannt, sagte sie.

Vor Gericht musste aber keiner der Zeugen mehr aussagen. Denn der 31-Jährige räumte schließlich den Tatvorwurf unumwunden ein. Ursprünglich hatte er für die Sachbeschädigung einen Strafbefehl erhalten, gegen den er aber Einspruch eingelegt hatte. Diesen nahm er nun zurück und muss jetzt 160 Euro Geldstrafe zahlen. Das entspricht 20 Tagesätzen à acht Euro. Der Mann kann die Strafe in Raten zahlen. Er bekomme wenig Geld und unterstütze damit auch seine Frau, erklärte der Mann, der in Deutschland auf einen Aufenthaltstitel wartet.

Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare