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Mann geht mit Granatwerfer-Attrappe ins Springer Amtsgericht

GESTORF. Hat ein 41-jähriger Gestorfer gegen das Waffengesetz verstoßen, als er 2016 zu Demonstrationszwecken die Attrappe eines Granatwerfers mit in den Gerichtssaal des Amtsgerichts nahm? Die Frage musste jetzt die Strafrichterin klären. Der Mann war fürs Führen der Waffe von der Staatsanwaltschaft angeklagt worden.

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Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Im Juli letzten Jahres war ein Verfahren gegen den 41-Jährigen eingestellt worden, in dem es um eine fehlende Kennzeichnung der Softair-Waffe ging. Er habe beim Reinigen die beiden Waffen falsch zusammengesetzt, sodass die eine schließlich zwei jener Prüfzeichen hatte, die sie als in Deutschland frei verkäuflich an über 18 Jährige kennzeichne, berichtete der Angeklagte. In Deutschland bekämen Luftdruckwaffen mit bis zu 7,5 Joule Bewegungsenergie ein F-Zeichen. Für das Führen einer solchen Waffe in der Öffentlichkeit allerdings ist dennoch ein Waffenschein notwendig, den der Gestorfer nicht besitzt. Er habe den anderen Granatwerfer aber nur bei sich gehabt, um ihn dem Gericht zeigen zu können, sagte der Mann. Die anschließende Anklage habe ihn überrascht: „Ich denke, es ist keine Waffe“.

Um die Frage klären zu lassen, ob sich der Gestorfer dadurch strafbar gemacht hat, hatte die Strafrichterin nun eigens einen Sachverständigen vom Bundeskriminalamt geladen. Der Granatwerfer sei dem Modell einer echten Waffe nachempfunden, erklärte der Gestorfer. Als Schusswaffe gelte das Modell aber erst, wenn es mit Einlegepatronen geladen werde. Dennoch dürfe eine solche Softair-Waffe eben nur vom eigenen Zuhause bis zur Schießsportanlage geführt werden und damit zu einem „konkreten Anlass“. Er ließ aber durchblicken, dass ihn die Anklage gegen den 41-Jährigen ein wenig gewundert hätte Dass es sich auch bei der Gerichtsverhandlung tatsächlich um einen solchen Anlass gehandelt habe, darauf einigten sich schließlich der Staatsanwalt und die vorsitzende Richterin. Sie stellte das Verfahren gegen den Gestorfer ein. Seine andere Softair-Waffe darf der Gestorfer übrigens auch wiederbekommen, sie befindet sich noch in einer Aservatenkammer in Hannover. Bleibt nur die Frage, wie er sie von dort nach Hause bekommt, um nicht schon wieder in Gefahr zu laufen, eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu bekommen. Vielleicht fährt er von der Aservatenkammer zunächst auf den nächst gelegenen Schießstand – und dann nach Gestorf.



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