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Philips: Heute Betriebsversammlung / Gewerkschaft will nächste Woche über Protestaktionen beraten

Management hüllt sich weiter in Schweigen

Springe (mf). Gut eine Woche nach Bekanntwerden der Verkaufsabsichten für das Springer Philips-Werk wächst in der Belegschaft die Wut. Die Geschäftsführung lässt die Betroffenen weiterhin im Unklaren darüber, was sie konkret mit dem Standort an der Rathenaustraße vorhat. Die IG Metall spricht von einem skandalösen Vorgang.

Philips will das Werk in Springer loswerden.

Der Betriebsrat hat die knapp 200 Beschäftigten für heute um 13 Uhr zu einer Betriebsversammlung eingeladen. Viel Neues werden die Arbeitnehmervertreter um Betriebsratschef Joachim Kasper ihren Kollegen indes nicht berichten können. Die Bemühungen, in der Hamburger Unternehmenszentrale mehr über die Hintergründe zu erfahren, waren nicht von Erfolg gekrönt. Kasper hatte in dieser Woche an einer Konzern- und einer Gesamtbetriebsratssitzung in der Hansestadt teilgenommen. Befriedigende Antworten auf die vielen Fragen, die sich aus Springer Sicht stellen, hat er dort vom Management nicht erhalten, wie es heißt.

Die Kernfrage, die sich nicht nur Gewerkschaftssekretär Uwe Mebs stellt: „Was passiert mit dem Standort und seinen Mitarbeitern, wenn sich kein Investor findet?“ Mebs gibt die Antwort gleich selbst: „Dann wird hier alles dichtgemacht und die Kollegen stehen auf der Straße.“ Hätte die Unternehmensführung einen Plan B als Alternative, hätte sie diesen längst kundgetan“, ist sich der IG-Metall-Funktionär sicher.

Die Gewerkschaft will ihre Mitglieder am kommenden Mittwochnachmittag zu einer Versammlung in die Heimvolkshochschule bitten. Dort soll dann über das weitere Vorgehen beraten werden. „Die Wut ist mittlerweile so groß – da wird noch einiges hochkochen“, glaubt Mebs. Nach Informationen der Neuen Deister-Zeitung gibt es bereits Planungen für eine erste groß angelegte Protestaktion.

In der Hamburger Philips-Zentrale ist man sich der offenbar der Brisanz des Themas bewusst. Ein Mitarbeiter der Pressestelle, der vergangene Woche auf Anfrage noch mehrfach betont hatte, dass das Unternehmen „sich in jedem Fall aus Springe verabschieden“ wolle, erklärte sich gestern für nicht mehr zuständig und verwies für Auskünfte an die Chefin der Kommunikationsabteilung. Die jedoch war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.



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