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Lüdersens Bürgerinitiativen-Chef im Interview

LÜDERSEN. Am Donnerstag soll im Planungs- und Verwaltungsausschuss nacheinander beschlossen werden, ob die Stadt eine Normenkontrollklage gegen das Raumordnungsprogramm der Region erhebt oder nicht. Michael Buckup, Vorsitzender der Lüderser Initiative „Gegenwind“, erklärt im NDZ-Interview die eigenen Beweggründe.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Mit dem Beschluss soll ein jahrelanger Streit zu Ende gehen. Die Verwaltung der Stadt lehnt eine Normenkontrollklage gegen das Raumordnungsprogramm der Region ab: Sie will lieber mit dem eigenen Flächennutzungsplan die Anlagen verhindern.

Eigentlich wollen Sie und die Stadt das Gleiche: die Windräder bei Lüdersen verhindern. Warum ist es so schwierig, den gemeinsamen Weg zu finden?

Ich glaube, der große Unterschied besteht darin, dass die Stadt überzeugt ist, dass der Flächennutzungsplan reicht, um die Anlagen zu verhindern. Wir haben von Anfang an gesagt: Lasst uns mit der Normenkontrollklage die Vorrangfläche im Raumordnungsprogramm grundsätzlich überprüfen. Dann sind wir auf der sicheren Seite. Es gibt eine Reihe von Gründen, warum gerade dort keine Windräder hinkommen dürfen. Es geht uns ja nicht nur um die Aussicht vom einzigen Bergdorf in der Region auf Windräder, die 240 Meter hoch sind, oder den einmaligen Blick auf das Bergdorf. Bei uns ist noch der Rotmilan heimisch. Und wir haben Einrichtungen in Lüdersen, wo Menschen mit Epilepsie wohnen. Das muss man alles berücksichtigen.

Die Stadt hat jetzt eingeräumt, dass nach Streichung der militärischen Fluggebiete noch zwei Anlagen gebaut werden könnten.

Wir sind zumindest auf schwankendem Boden. Dazu kommt ja: Es ist möglich, dass sich eines Tages die militärischen Flugrouten ändern. Und auch die zivilen Radargebiete werden von den Investoren vor Gericht angegriffen. In Pattensen hat man ja nun auch gesagt: Wir brauchen Rechtssicherheit – und will die Normenkontrolle machen. Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten: Entweder das Oberverwaltungsgericht sagt: Die Vorrangfläche ist nicht korrekt ausgewiesen. Dann kann Springe seinen Flächennutzungsplan dort ohne Windenergienutzung gestalten. Oder die Fläche ist korrekt. Dann wäre klar, dass der Flächennutzungsplan Windenergienutzung ermöglichen muss.

Reicht es nicht, wenn Springe Pattensen die Arbeit machen lässt?

Es schadet umgekehrt nicht, wenn jede Kommune es versucht, also eine Art Zangenangriff auf diese Vorrangfläche im Raumordnungsprogramm. Mal davon abgesehen, dass jede Kommune auch nur für ihre eigenen Flächen klagebefugt ist. Und wir haben ja vielleicht auch unterschiedliche Argumente.

Was denken Sie, warum sich die Stadt Springe bislang so sträubt, zu klagen?

Schwer zu sagen. Mein Eindruck ist, dass die Anwaltskanzlei kein großes Interesse an einem Rechtsstreit mit der Region hat. Kann ich auch verstehen, wenn man noch andere Mandanten hat, die vielleicht anderer Auffassung sind. Darum hatten wir ja von Anfang an dazu geraten, eine Kanzlei zu beauftragen, die weiter weg ist.

Ist die Bürgerinitiative heute in der Sitzung vertreten?

Ja, wir werden unsere Position darlegen und sind gespannt, was die Fraktionen sagen.

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