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Ein Besuch beim Kirchenkabarett mit Pastor Ingmar von Maybach-Mengede

Liebe Gemeinde – Amen!

Springe. Wenn man den Namen Ingmar von Maybach-Mengede hört, kann man nicht unbedingt vermuten, dass sich hinter diesem Namen ein Kabarettist verbirgt. Und zwar einer, der sich mit Fug und Recht Pfarrer nennen kann. Von Maybach machte jetzt im Gemeindezentrum St. Petrus halt, um für seine eigene CSU zu werben – die „christlich satirische Unterhaltung“.

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Maybach ist in jeder Hinsicht besonders. Bis 2011 war er Pfarrer in Ueberau, dem „Roten Dorf“ im Odenwald. Als einziger Pfarrer in Deutschland stand er einem echten Kommunisten von der DKP als Ortsvorsteher gegenüber. Eine echte Don-Camillo-und-Pepone-Situation, die ihn auch kabarettistisch geprägt hat.

In seinem Programm denkt er über die Situation des Pastors am Abend vor dem Sonntag nach, wenn die Predigt partout nicht aus der Feder fließen will. Stöhnend stellt er nach drei Stunden intensiver Arbeit fest, dass wenigstens schon einmal der Rahmen steht: „Liebe Gemeinde – Amen.“

Handfeste Ideen hat er in Sachen Bestattung: Es wäre vertrauenserweckend, wenn man wie, bei den Möbeln des großen skandinavischen Discounters, auch den Sarg als Bausatz kaufen könnte und so auch wüsste, wie dieser denn heißt.

Kleine politische Seitenhiebe gibt es natürlich auch. So stellt er fest, dass die oberste Pfarrerstochter und Bundeskanzlerin Angela Merkel, wo immer sie auftritt, die Stimmung eines Gemeindehausnachmittags verbreitet. Auch für die derzeit am Stimmungstief leidende FDP hat er eine gute Idee: „Wie wäre es mit dem Wahl-Slogan: Reichtum muss sich wieder lohnen – Matthäus 19,24 muss weg!“ Dort steht jener Ausspruch Jesu, dass ein Kamel ehr durch ein Nadelöhr geht, als ein Reicher ins Reich Gottes.

Hin und wieder stelle man ihm die Frage, ob es denn in Ordnung sei, dass er als Pastor so lange, zum Pferdeschwanz gebundene Haare trage. Für ihn sei das ein Alleinstellungsmerkmal: „Als ich in meiner neuen Gemeinde einen Besuch bei einer älteren Dame machte, begrüßte sie mich so: ’Ah, der neue Pfarrer. Ich habe sie gleich an ihrem Schwanz erkannt.‘“ So fand die Dame einen Platz in Maybach-Mengedes Kabarettprogramm. Manche Realitäten sind so komisch, dass der Kabarettist sie nicht einmal bearbeiten muss. So weiß er „aus einer Untersuchung der evangelischen Kirche, dass ein Drittel der Menschen, die aus der evangelischen Kirche austreten, das tun, weil sie sich über den Papst geärgert haben. Das ist Ökumene!“hov

Engelchen und böse Sprüche im Kunstnebel: Kirchenkabarettist Ingmar von Maybach-Mengede gastiert in der St.-Petrus-Gemeinde.

Voigtmann



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