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Licht und Schatten im Klinikum Gehrden

VÖLKSEN/GEHRDEN. „Fit wie ein Turnschuh“ sei ihre Mutter, sagt Ursel Sloboda – trotz deren Alter von 92 Jahren. Trotzdem musste die Seniorin nun ins Krankenhaus. Und erlebte, so schildert es die Tochter aus Völksen, in Gehrden Licht und Schatten.

Steht leer: Während eine Nachnutzung für das ehemalige Klinikum noch nicht gefunden ist, sind Patienten nicht mit allen Facetten des Gehrdener Klinikums zufrieden. FOTO: MISCHER
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Die 92-Jährige habe zunächst in dem Neubau-Trakt gelegen, in einem Zwei-Bett-Zimmer mit moderner Ausstattung. Doch dann sei sie mit dem Verweis auf eine Keimbelastung in den Altbau verlegt worden: „Da lagen sie dann zu Dritt in einem viel zu kleinen Zimmer, zwischen den Betten waren höchstens 80 Zentimeter Platz.“ Das WC habe sich statt auf dem Zimmer auf dem Flur befunden. „Das Personal hat da auch geschimpft“, erinnert sich Sloboda im Gespräch mit der NDZ.

Beim zuständigen Klinikum Region Hannover will man sich mit dem Verweis auf den Daten- und Patientenschutz nicht zu diesem speziellen Fall äußern. Sprecher Steffen Ellerhoff bestätigt grundsätzlich aber die verschiedenen Standards, die es naturgemäß in verschiedenen Gebäudeteilen gebe. „Grundsätzlich ist es so, dass wir es bedauern, wenn es uns nicht gelingt, die Bedürfnisse unserer Patientinnen und Patienten zu befriedigen“, sagt Ellerhoff. Man sei stets an Rückmeldungen interessiert, um sich verbessern zu können, so der Sprecher, der auf ein eigenes Beschwerdemanagement des Klinikums hinweist: (lobundtadel.krh.eu oder Manfred Mötje, 05108/ 693300).

Slobodas Beschwerde rechnet Ellerhoff grundsätzlich weniger der medizinischen Behandlung zu, die im Zentrum der Anstrengungen stehe, sondern den sogenannten „Hoteldienstleistungen“: Unterbringung und Speiseversorgung. Diesem Angebot seien bei allen eigenen Ansprüchen Grenzen gesetzt – „zum einen die grundsätzliche Notwendigkeit, im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherungen auf die Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit zu achten“. Dazu komme das, was Ellerhoff als „infrastrukturellen Nachholbedarf“ bezeichnet – ein klassischer Sanierungsstau: „Dies liegt vor allem daran, dass die Länder in den zurückliegenden Jahren ihrer gesetzlichen Verpflichtung, für die Investitionskosten in Krankenhäusern aufzukommen, nicht nachgekommen sind.“

Das KRH müsse „an mehreren Standorten Medizin des Jahres 2019 in baulichen Strukturen aus den 1960er und 70er Jahren machen“. Auch in Gehrden wolle man den Komfort für die Patienten verbessern – man befinde sich „in der Planungsphase für einen umfangreichen Ersatzneubau. Eine Förderzusage des Landes hierzu liegt bereits vor“, so Ellerhoff.



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