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Neue Zeichen, neues Bußgeld: Wie die geänderte Straßenverkehrsordnung in Springe ankommt

Licht im Schilderwald

Springe. In einem Punkt kann Folker Lange der Politik unbedingt zustimmen: „Es ist sinnvoll, den Schilderwald auszulichten.“ Erstaunlich, dass das ausgerechnet der Mann sagt, dessen Firmen jährlich 105 000 Verkehrszeichen produzieren und deutschlandweit ausliefern. Mit der Novelle der Straßenverkehrsordnung gibt es für die Fritz Lange GmbH auch neue Aufträge – und einiges zu regeln für die Stadt.

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Autor:

Markus Richter

Ganz neu ist aber nicht alles, was die Völksener Schildermacher in diesen Tagen ausliefern: Das Sackgassenschild, bei dem Fußgängern und Radfahrern der Durchlass gewährt wird, kam vor drei Jahren auf den Markt, erinnert sich Vertriebsleiter Vedat Ilgay. „Das haben wir bislang nur auf Kundenwunsch produziert, jetzt ist es ein offizielles Verkehrszeichen.“

Vier weitere neue sind dazugekommen – darunter auch das für Inline-Skater, die Radwege benutzen dürfen. Kurioseste Änderung: Der Gesetzestext macht im Zuge der geschlechtlichen Gleichbehandlung aus Fußgängern „zu Fuß Gehende“, aus Fahrzeugführern „Fahrzeugführende“. Und so wurde der Inlineskatende eben ein geschlechtsloses Piktogramm. Nach viel politischem Hin und Her hat die Firma Lange vergangene Woche den neuen Verkehrszeichenkatalog bekommen – und kann nun loslegen. „Bundesweit werden wir jährlich 5000 Stück ausliefern“, schätzt Ilgay die Nachfrage ein. Die Fritz Lange GmbH ist eines von 13 Werken in Deutschland, das die Zeichen herstellen wird – fast alles in Handarbeit übrigens.

Aus dem Sortiment fällt beispielsweise das Schild für den beschrankten Bahnübergang, aber auch das für die Richtgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern auf Autobahnen. „Das war überflüssig“, findet auch Folker Lange.

Auch die Stadt muss sich jetzt mit möglichen Umgestaltungen der Verkehrszeichen beschäftigen. Schon länger wurde etwa am Marktplatz das Anliegen verfolgt, dass das Bundesverkehrsministerium jetzt offiziell ausgibt: Überflüssige Schilder sollen weg. „Das wird sicher nicht auf die Schnelle möglich sein“, sagt der zuständige Fachdienstleiter Werner Mosch. Nicht mehr gültige Schilder können jedoch unproblematisch demontiert werden, bei den neuen können die Ortsräte mitsprechen. Mosch macht gleichzeitig auf den Kostenfaktor aufmerksam.

Geändert wurde zum 1. April auch der Bußgeldkatalog. Nicht nur Verkehrsteilnehmer müssen sich daran gewöhnen, dass Verstöße härter bestraft werden, auch die städtischen Ordnungshüter und die Polizeibeamten. Gut für die Stadtkasse: Das Standard-Knöllchen bringt mit 10 Euro jetzt den doppelten Ertrag, ein Radfahrer, der die Einbahnstraßenregelung missachtet, muss bis zu 35 Euro berappen. Polizei-Streifendienstleiter Lutz Fricke glaubt zwar nicht, dass sich das Arbeitsaufkommen erhöht. Allerdings spricht er von einer „Rechtsänderung mit wahrnehmbaren Folgen“ – für die Leute, die mehr zahlen müssen.



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