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LED-Umrüstung führt in Springe zu Ausfällen

SPRINGE. So richtig erhellend war die Umrüstung der Straßenlaternen auf LED nicht, möchte man meinen, wenn man abends durch Springe fährt: An auffällig vielen Ecken ist es dunkel. „Ja, die Umrüstung führt im Moment zu vermehrten Ausfällen“, bestätigt der städtischen Tiefbau-Chef Gerd Gennat.

Die Frühausfall-Rate ist schuld: Wenn Elektronik kaputt geht, dann gerne gleich zu Beginn ihres Lebens. Foto: MISCHER
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Dafür gebe es eine logische Erklärung – und in wenigen Monaten werde das System stabil laufen.

Schon mal etwas von der „Frühausfall-Rate“ gehört? Sie verursache das derzeitige Problem, sagt Gennat: Wenn elektronische Bauteile kaputt gehen, dann bevorzugt beim Start, zum Beispiel weil minimale Verschmutzungen oder Materialfehler vorliegen. Anschließend laufe ein System – bis das Ende der Lebensdauer naht und die Ausfälle erneut nach oben schnellen. „Bei 1300 Lampen, die wir in den vergangenen Monaten bereits installiert haben, fangen die Gesetze der Wahrscheinlichkeit an zu greifen“, beschreibt Gennat das im Straßenbild sichtbare Phänomen. Soll heißen: Die widerspenstigen Laternen in der Kernstadt und in Bennigsen sind kein Zufall, sondern könnten auch das Thema einer Mathe-Klausur sein.

Es gibt noch einen zweiten Grund, der zu punktueller Dunkelheit führt: In jedem Laternenmast steckt ein kleiner Sicherungskasten. Bei den meisten Springer Lampen verrichtet der seit vier Jahrzehnten anstandslos seine Arbeit. Die modernen LEDs ziehen im Einschalt-Moment aber ein wenig mehr Strom als das Vorgängermodell – ist die Sicherung nicht mehr ganz stabil, ist ihre letzte Millisekunde gekommen. „Bei unseren Kontrollen schauen wir uns immer zuerst den Sicherungskasten an“, sagt Gennat. Erst wenn der intakt ist, wird der Hubsteiger geordert.

Die kaputten Laternen fallen derzeit besonders auf, weil es früh dunkel wird: „Der Schwapp an Rückmeldungen von Bürgern ist typisch für die Jahreszeit“, so Gennat. Der Fachmann geht davon aus, dass sich die Ausfälle auf die ersten sechs Monate nach dem Umbau beschränken. Anschließend rechnet er mit 16 kaputten Leuchten pro Jahr im gesamten Stadtgebiet. Die derzeitige Ausfallquote ist um ein Vielfaches höher: 200 bis 300 Lampen müssen jährlich repariert werden. Den LEDs wird laut Gennat eine Lebensdauer von 25 Jahren zugeschrieben. Nach dem düsteren Start wäre demnach ziemlich lange ziemlich wenig zu tun.



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