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Mitarbeiter suchen auf einem Öko-Hof in Isenbüttel nach Ideen / Für Springe wäre eine Wäscherei ideal

Lebenshilfe möchte Werkstatt eröffnen

Springe. Die Lebenshilfe Springe würde ihre Tagesförderstätte und ihr Wohnheim an der Eldagsener Straße gerne um eine Werkstatt ergänzen. Dort könnten die Betreuten sozialversicherungspflichtig arbeiten und sich damit eine gewisse Eigenständigkeit sowie Rentenansprüche erwerben. „Die Pläne sind noch eine Vision. Aber wir wollen den Stein ins Rollen bringen“, sagt Einrichtungsleiter Burkhard Luthmann.

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Vor wenigen Tagen hat Luthmann zusammen mit Editha Bäsler, Leiterin der Tagesförderstätte, sowie einem langjährigen Gruppenleiter und zwei Mitgliedern des Vorstands vom Lebenshilfe-Trägerverein eine Werkstatt für behinderte Menschen in Isenbüttel besucht. Der dortige Hof zeige, dass aus Visionen Tatsachen werden können. Seit 15 Jahren arbeiten mehrere Betreute auf dem heilpädagogischen Bauernhof. Die Flächen werden laut Einrichtungsleiter Roland Bursian nach den Bioland-Richtlinien bewirtschaftet.

„Neben Küche und Hauswirtschaft bezieht sich das Beschäftigungsangebot maßgeblich darauf, Hühner, Enten, Kaninchen, Pferde, Schweine und Schafe zu versorgen“, erzählt Luthmann. Außerdem übernehmen die 22 Behinderten verantwortungsvoll den biologisch-organischen Gemüse-, Obst- und Beerenobstanbau. Die Produkte werden im Hofladen und auf dem Wochenmarkt vermarktet.

Luthmann: „Dass die Produkte etwas Außergewöhnliches sind, bestätigt der Einkauf im Hofladen. Beim Duft frisch geräucherter Wurst wird die Qualität eigener Erzeugung erkennbar.“ Die gewonnenen Eindrücke hätten ihn und die anderen Springer „nur überzeugt“. Der Gruppe sei einmal mehr deutlich geworden, „dass Lebenshilfen mit ihren speziellen, ortsnahen Angeboten eine Bereicherung für Menschen mit Behinderung sind“.

Der Ausflug habe die Deisterstädter ermutigt, neue Ideen zu entwickeln. Bisher gibt es in Springe nur eine Tagesförderstätte. Dort sind die 34 Behinderten zwar beschäftigt – sie ziehen Kerzen, flechten Körbe, vernichten Akten und verpacken Waren – die Einrichtung ist jedoch keine anerkannte Werkstatt. Die Jobs unterliegen damit zu Luthmanns Bedauern nicht der Sozialversicherungspflicht. Ein eigenständiges Auskommen über den Tod der Eltern hinaus ist den Behinderten damit kaum möglich.

Für Springe könnte sich Luthmann zum Beispiel eine Wäscherei mit einer chemischen Reinigung, eine Großküche mit Cateringangebot oder auch einen Garten-Service vorstellen. Ihm sei wichtig, „dass das nicht in Konkurrenz zu bestehenden Angeboten örtlicher Betriebe geschieht, sondern diese ergänzt“.

Die Lebenshilfe will in den nächsten Monaten Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern führen. Luthmann: „Mit Träumen beginnt schließlich die Realität.“mari



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