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100 Tage im Amt: Springes neuer Baudirektor zieht Bilanz und zeigt die größten Baustellen auf

„Leben in die alten Ortskerne bringen“

Springe. 100 Tage ist Springes neuer Baudirektor im Amt. Er hat längst seine Wohnung in der Kernstadt bezogen, sich durch Aktenberge gearbeitet und zahlreiche Gespräche geführt. Springe, sagt er in seiner ersten öffentlichen Bilanz, werde sich in den nächsten Jahren sicherlich verändern, „aber ich sehe weder in der Kernstadt noch in den Ortsteilen große Probleme“.

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Das zunehmende Alter der Bevölkerung sei eine Herausforderung: „Der demografische Wandel kommt. Aber er ist überschau- und händelbar.“ Bei seinen ersten Terminen hätten ihn die Dorfgemeinschaften in den kleinen Orten wie Holtensen beeindruckt; die Ortsbürgermeister seien ausgesprochen bemüht.

Als größte Baustellen bezeichnet Schade den IGS-Neubau, die Barrierefreiheit an den Bushaltestellen („Wir sind bei dem Thema im Bundesvergleich weit“), die Weiterentwicklung der heimischen Windparks („Ausgang völlig offen“) sowie das Ausweisen von Gewerbeflächen und Neubau-Gebieten („Das muss maßvoll geschehen“).

Ganz oben auf Schades Agenda steht die Entwicklung der Innenstadt sowie der Dörfer. Der 53-Jährige möchte gerne eine Bestandsaufnahme für die Siedlungen machen. Das Dokument soll Aufschluss über die in zehn Jahren zu erwartenden Leerstände geben: „Eines meiner Ziele ist, Leben in die alten Ortskerne zu bringen.“

Um die Innenstadt sei es vergleichsweise gut bestellt: „Die Leerstände halten sich in Grenzen. Der Bürger kann hier vor Ort eigentlich alles kriegen, was er braucht.“ Denn, das müsse jedem Springer klar sein: „Wir werden nie einen Ikea oder ein großes Bekleidungshaus herbekommen.“ Dafür liege Springe zu dicht an Hannover – Fluch und Segen zugleich: „Wir profitieren auch, weil wir nicht weit ab vom Schuss sind.“

Neue Erkenntnisse für die Innenstadt-Entwicklung erhofft sich Schade von dem Einzelhandelsgutachten, das er in den nächsten Wochen in Auftrag geben will. Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen.

Schon vor seinem Dienstantritt war Schade klar, dass er in Springe nicht mit Geld um sich werfen kann. „Wir müssen schon sehr genau schauen, wo wir Prioritäten setzen können und manchmal auch zurückstecken“, weiß er. Aber: Die Lage an seinem bisherigen Arbeitsort, Northeim, war deutlich angespannter: Die Stadt saß auf einem Schuldenberg von 70 Millionen Euro.

In den nächsten Wochen, so hofft der Neubürger, werde er endlich Zeit für seine erste Wanderung durch den Deister oder einen Besuch des Wisentgeheges finden. In den ersten 100 Tagen sei Freiraum ein rares Gut gewesen: „Der Anfang war anspruchsvoll“, heißt das aus seinem Mund. Nachdem der Chefposten im Bauamt neun Monate unbesetzt war, „ist da doch so einiges liegengeblieben.“mari



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