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Weihnachtsgeschäft: Werbegemeinschaft spricht von „sehr gutem Niveau“ / Das sind die Renner

Langer Sonnabend bleibt das Sorgenkind

Springe. Mike Winter mag den Winter. Nicht nur, weil die Jahreszeit so heißt wie der Geschäftsführer des Expert-Marktes an der Osttangente. Sondern auch, weil dort das Weihnachtsgeschäft auf Hochtouren läuft. Aber auch Erhardt Bormann, Vorsitzender der Innenstadt-Werbegemeinschaft „WIR“, spricht von einem „sehr guten Niveau“. Nur die langen Advents-Sonnabende, an denen viele Springer Geschäfte bis 16 Uhr öffnen, bleiben das Sorgenkind des Handels.

Geschenkt: Auch in der Buchhandlung am Nordwall läuft das Weihnachtsgeschäft – hier Inhaberin Karin Callegari (r.). Foto:
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Denn spätestens ab 14 Uhr, klagen viele Händler schon seit Jahren, werde es einfach ruhig in der Innenstadt. Bormann ist das Problem bekannt: „Die Leute sind diese Zeiten über das Jahr einfach nicht gewohnt“, sagt er. Für Sven Schweckendieck von „Svens Spielzeugparadies“ am Oberntor gibt es nur eine Konsequenz aus dieser Beobachtung: „Wir müssten nur am Weihnachtsmarkt-Wochenende länger öffnen – dann von mir aus auch bis 18 Uhr.“ An den restlichen Sonnabenden könnten die City-Geschäfte dann eher schließen. Doch ansonsten ist Bormann „sehr zufrieden“ mit den ersten Wochen des Weihnachtsgeschäfts: „Natürlich wäre es schön, wenn wir in der Innenstadt eine höhere Besucherfrequenz hätten. Aber das ist ja immer das gleiche Spiel.“ Andererseits basiere das Konzept der Springer Fachgeschäfte auf der persönlichen Ansprache der Leute, betont der Werbegemeinschafts-Chef.

So richtig euphorisch geht anders – und auch Jens Stummeier, Chef des gleichnamigen Elektronikgeschäfts am Bahnhof, reagiert zurückhaltend. Doch er sieht weniger die mangelnde Kundschaft als Ursache für das eher langsame Weihnachtsgeschäft – sondern gesellschaftliche Veränderungen: „Dass jemand das ganze Jahr spart und dann zu Weihnachten etwas Teures kauft, das gibt es gar nicht mehr.“ Die Leute verteilten ihre Anschaffungen wie Flachbildfernseher auf das ganze Jahr: „Bei uns war zum Beispiel der August sehr stark“, sagt Stummeier. Doch bei allen Veränderungen gehen auch bei ihm einige Klassiker nach wie vor gut: Unter den Springer Weihnachtsbäumen werden auch in diesem Jahr einige Elektrorasierer zu finden sein.

Im Gegensatz zu Stummeier hat expert-Leiter Winter übrigens doch ein Weihnachtsgeschäft ausgemacht, sagt er: Seit vorletztem Sonnabend habe der Zulauf spürbar angezogen. Bei ihm gehen die Fernseher gut weg – aber auch Netbooks – kleine Laptop-Computer – oder das flache I-Pad seien regelrechte Renner, sagt Winter.

Und apropos Renner: die verzeichnet Schweckendieck auch in seinem Fachgeschäft. Neben Lego oder Playmobil sind ebenfalls Spielzeug-Eisenbahnen gefragt. Doch auch vorm „Spielzeugparadies“ macht der Fortschritt nicht halt: Sowohl bei der Neuware als auch bei den Geräten aus zweiter Hand gehen elektronische Spielekonsolen gut. Für Schweckendieck waren vor allem die ersten Dezembertage ein gutes Geschäft: „Seit es geschneit hat, lässt es sich etwas langsamer an.“ In der Buchhandlung am Nordwall freut sich Inhaberin Karin Callegari immer wieder über Kunden, die erfolglos vom Einkauf aus Hannover kommen und bei ihr fündig werden. Am beliebtesten sei das Buch von Loki Schmidt; dazu kämen die Romane von Tess Gerritsen oder „Hummeldumm“ von Tommy Jaud.



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