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In der SPD lichtet sich das Bewerberfeld – Ex-Bürgermeisterkandidatin Silvia Jünke macht Rückzieher

Landtag: Schon sieben Springer im Rennen

Springe (mf). In der SPD läuft die Entscheidung immer mehr auf einen Landtagskandidaten aus Springe hinaus: Während es im eigenen Ortsverein gleich drei Anwärter gibt (wir berichteten), schmilzt im Rest des Wahlkreises 35 die Konkurrenz. In Hemmingen hat jetzt nicht nur Rathauschef Claus Schacht einen Rückzieher gemacht, sondern außerdem eine Frau, die man auch in Springe noch sehr gut kennt: Ex-Bürgermeisterkandidatin Silvia Jünke.

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„Ich stehe definitiv nicht zur Verfügung“, erklärte die 49-Jährige gestern gegenüber der Neuen Deister-Zeitung. Nach ihrer Niederlage bei der Springer Bürgermeisterwahl am 11. September vergangenen Jahres hatte die Rechtsanwältin aus Hemmingen zunächst eine Landtagskandidatur im gemeinsamen Wahlkreis als neues Ziel ins Visier genommen. Eingeweiht waren nur enge Vertraute. Nach wochenlangem Grübeln hat sich Jünke nun dagegen entschieden. Sie bevorzuge ein politisches Engagement auf kommunaler Ebene. Wenn sich irgendwann die Gelegenheit biete, wolle sie lieber einen zweiten Anlauf nehmen und sich um ein Bürgermeisteramt in der Region bewerben, sagt sie.

Tatsächlich dürfte bei ihrer Absage auch taktisches Kalkül eine Rolle gespielt haben. Ohne eine (unwahrscheinliche) Absicherung auf der sogenannten Landesliste wird es für einen SPD-Kandidaten schwer werden, den seit 2003 von Gabriela Kohlenberg (CDU) direkt besetzten Wahlkreis zurück zu erobern. Falls die Grünen ebenfalls einen Kandidaten nominieren, dürfte dies vor allem zulasten der SPD gehen – eine Erfahrung, die Jünke ähnlich schon im Springer Bürgermeisterwahlkampf hatte machen müssen.

Vor vier Monaten nahm ihr Grünen-Fraktionschefin Elke Thielmann-Dittert wichtige Stimmen weg. Und ausgerechnet sie zieht es nun ebenfalls in den Landtag (wir berichteten), wie sie gestern auf Anfrage bekräftigte. Bislang ist die Bennigserin einzige Bewerberin ihrer Partei im Wahlkreis. Grundsätzlich bereitgestanden hätte bei den Grünen nach eigenen Worten auch Jürgen Grambeck aus Hemmingen („Wenn die Partei mich ruft, bin ich zur Stelle“). Zugunsten Thielmann-Ditterts würde er aber verzichten, versichert der 43-Jährige im NDZ-Gespräch. „Ich fände es sehr gut, wenn sie es machen würde“, sagt Grambeck, der seit 20 Jahren Ratsherr der Grünen in Hemmingen ist und bereits 2003 für den Landtag kandidiert hatte.

Im linken Lager könnten sich die Stimmen möglicherweise noch weiter aufsplitten. Denn die Partei Die Linke denkt ebenfalls über einen eigenen Bewerber nach. Auch hier handelt es sich um einen Springer: Ortsgruppen-Sprecher Axel Seng.

Für den Ratsherrn wäre es nach 2008 ebenfalls der zweite Versuch. „Es würde mich schon noch mal reizen“, verrät der 49-Jährige, „nicht zuletzt, weil so viele Springer ins Rennen gehen.“ Hilfreich sei sicher auch seine Erfahrung, die er im Wahlkampf vor vier Jahren sammeln konnte. „Mein Wiedererkennungswert könnte uns schon ein paar Pünktchen bringen“, glaubt Seng.

Abhängig machen will er seine Entscheidung letztlich vom Listenplatz, den ihm die Landespartei anbietet. „Unter den ersten 20 müsste ich schon sein, um nicht völlig chancenlos zu bleiben“, sagt er offen. Der gebürtige Harburger lebt mit seiner Familie seit vielen Jahren in Völksen. Nach einer Landwirtschaftslehre und ein paar Semestern Agrarwissenschaften arbeitet er heute als Paketzusteller bei der Post.

Außer den oben Genannten haben die Springer Michael Buckup, Katrin, Kreipe, Rudolf Bennecke (alle SPD) und Tibor Maxam (Piraten) ihre Kandidatur angemeldet.

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