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Landes-SPD feilt in Springe an der Zukunft

SPRINGE. Nein, am Fuße des Deisters übernachtet hat er nicht. „Mein eigenes Bett ist mir das liebste“, erklärt Stephan Weil, als die Mikrofone ausgeschaltet sind und der Journalisten-Tross die Kugelschreiber weggepackt hat. Der Ministerpräsident zieht nach dem Sitzungsende sein Zuhause in Hannover vor.

Stehen in der Heimvolkshochschule (HVHS) in Springe Journalisten aus dem gesamten Landesgebiet Rede und Antwort: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (Mitte), Frauen- und Sozialministerin Carola Reimann sowie Umweltminister Olaf Lies. Fotos:
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

„Und das sage ich, ohne Springe damit zu nahe treten zu wollen“, schiebt er entschuldigend hinterher.

Kurz zuvor hat er hier, in der Heimvolkshochschule (HVHS) an der Kurt-Schumacher-Straße, zusammen mit Umweltminister Olaf Lies und Sozialministerin Carola Reimann zehn Medienvertretern Rede und Antwort gestanden. Eine Journalistin von der Deutschen Presse-Agentur interessiert, was die niedersächsische SPD bei ihrer dreitägigen Jahresauftaktklausur besprochen hat. Auch ein Redakteur aus Bremen, einer aus Osnabrück und gleich mehrere aus Hannover sind gekommen. Das Fernsehen ist da – ein für Springe außergewöhnlicher Medienrummel.

Vielleicht ist sogar wirklich Historisches auf den Weg gebracht worden bei diesem SPD-Spitzentreffen. Weil, der Landesvorsitzender seiner Partei ist, verkündet in der Deisterstadt, dass die Sozialdemokraten ein Parité-Gesetz anschieben wollen, um mehr Frauen in die Parlamente zu bringen. 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts müsse es einen neuen Schub für eine gerechtere Geschlechter-Verteilung geben.

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Umweltminister Olaf Lies stellt im nächsten Block seine Visionen für eine CO2-freie Mobilität vor, die im „Vorreiterland Niedersachsen“ angesiedelt werden soll. Weil lobt die „neuen und großen Ziele“ der Partei und die „gute Stimmung“, die während der bis dahin zweitägigen Klausur in Springe geherrscht hat – heute folgt der dritte und letzte Sitzungstag.

Vor der Pressekonferenz hat er eine gute halbe Stunde zusammen mit den Journalisten im HVHS-Bistro zu Abend gegessen. Während der Landesvater da vergnügt an einem kleinen Brötchen und ein paar Streifen Salat mümmelt und ein Wasser trinkt, erzählt er von den besten Weihnachtsgeschenken und den beruflichen Terminen, die in der nächsten Woche anstehen. Man lacht, witzelt herum. Und natürlich fällt auch irgendwann die Frage, ob er sich nicht den Kanzler zutrauen würde und was er überhaupt über die gerade verkündete Anwärterschaft von Olaf Scholz denkt. Doch Weil lässt sich nichts entlocken, was von den eigentlichen Zielen der Tagung ablenken könnte. Es gebe gerade wirklich wichtigere politische Themen, kommentiert er knapp. Springe taugt an diesem Abend zwar für große Schlagzeilen – aber nicht für Skandale.

NIEDERSACHSEN | 20



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