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Landesjägerschaft zeichnet Landwirt aus

Altenhagen I. Das kommt nicht jeden Tag vor: Die Landesjägerschaft hat den wichtigsten Preis für Nichtjäger, das Goldene Rebhuhn, an einen Altenhägener verliehen. Der Preisträger, Friedrich Rathing, ist Landwirt und seit sieben Jahren im Vorstand des Realverbandes aktiv. Sein Engagement für die Umwelt reicht aber weiter zurück.

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„Ich sah die Gefahr, dass es immer weniger unberührte Flächen in Altenhagen geben würde“, sagt Rathing, 67, dunkle, leicht angegraute Haare, dunkler Parka. Als andere Landwirte begannen, die Randstreifen von Büschen und Bäumen zu befreien, um das Feld schneller mit den Maschinen erreichen zu können, kam Rathing ins Grübeln: „Ich wollte nicht, dass alles hier eine Ackersteppe wird.“Der Vater zweier Söhne lies Büsche wie Weißdorn oder Schlehen einfach stehen. Heute ist es längst verboten, sie zu fällen, während es damals noch üblich war, sie zu roden.

Pionierarbeit leistete der Altenhäger Landwirt auch, als er gemeinsam mit den Mitgliedern des Realverbandes und der Jagdgenossenschaft ein Rückzugsgebeit für Tiere inmitten der Felder und Wiesen schuf. Realverbandschef Hartmut Koch kaufte dafür zunächst der Kirchengemeinde eine Fläche ab, die nach und nach von den Jägern bepflanzt wurde. Rathing stellte schließlich ebenfalls vier Hektar seiner Felder zur Verfügung, auf denen Sträucher und Bäume vielen Vögeln, Insekten und Wildtieren Schutz boten. Auch eine einzelne Wiese wurde zum Biotop umfunktioniert – auf ihr steht nun Schilf statt Korn. Darüber, dass ihm dadurch womöglich landwirtschaftliche Erträge durch die Lappen gegangen sind, zuckt Rathing mit den Achseln. „Das hat an der Stelle halt gut gepasst, es war ein Refugium für Wild“, sagt er bescheiden.

Für Vögel sind auch die Alleen rund um die Feldwege in Springe ein Rückzugsort. Alte Bäume werden nicht sofort umgehauen, Astlöcher bleiben stehen und dienen als Nistplatz. „Rathing hat immer dabei geholfen, sie zu erhalten und zu pflegen – und diese Arbeit hatte beim Realverband stets Priorität.“

Realverbandschef Hartmut Koch lobt ist voll des Lobes: „Es war viel Arbeit, die Jägerschaft und die Politik haben damals an einem Strang gezogen – und Friedrich Rathing hat immer mit angepackt.“ Auch heute noch stehe der Landwirt noch parat, wenn es an den Gehölzen, Wegen oder Flächen des Realverbandes etwas zu tun gebe.

„Dank seiner Hilfe und dank des guten Zusammenhalts im Ort konnten wir eine Menge umsetzen“, resümiert Koch. Und Rathing betont, dass er froh ist, dass es in Altenhagen I noch viel Buschwerk und Bäume an den Feldern gibt. „Das ist ja nicht selbstverständlich.“rtm



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