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Labortests bestätigen Corona-Verdachtsfall in der Region Hannover

Ein privates Labor in Niedersachsen hat nach Angaben von Land und Region erstmals eine Probe positiv auf das Coronavirus getestet. Der Patient wohnt in Uetze. Die Stadt Springe sagt, es gelte, Ruhe zu bewahren.

Der betroffene Patient (68) sei isoliert worden und befinde sich nach Angaben der Behörden vor Ort klinisch in einem guten Zustand. Er hatte sich demnach zuletzt in Norditalien aufgehalten und sich aller Wahrscheinlichkeit nach dort mit dem Virus infiziert.

Region und Land informiertem am Sonntag über die Umstände.  Daran, dass das Virus in Niedersachsen angekommen sei, "gibt es nichts zu beschönigen, die Situation gibt aber auch keinen Anlass zur Panik", so Gesundheitsministerin Carola Reimann. Die Meldeketten in Niedersachsen funktionierten verlässlich. Auch der Patient und der behandelnde Arzt hätten sich sehr umsichtig und vollkommen richtig verhalten: „Als der Mann nach seiner Rückkehr aus Norditalien erste Symptome bei sich bemerkte, hat er seinen Hausarzt telefonisch kontaktiert anstatt die Praxis aufzusuchen.“

Laut Regionspräsident Hauke Jagau war der Patient am Montagabend von einer Busreisegruppe mit insgesamt 47 Personen von Südtirol nach Uetze zurückgekehrt und habe in der Folgezeit leichte Krankheitssymptome entwickelt. Im Umfeld des Mannes gebe es derzeit neun Verdachtsfälle und 15 Patienten in häuslicher Quarantäne. Von allen Verdachtsfällen sei bereits ein Abstrich genommen worden.

Der Bereichsleiter Gesundheit der Region Hannover, Dr. Mustafa Yilmaz, erklärte: „Ich habe heute Vormittag mit dem Patienten telefoniert. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Ob sich die weiteren Verdachtsfälle bestätigen werden, müssen wir abwarten. Es kann auch gut sein, dass sich diese Fälle am Ende als grippaler Infekt entpuppen.“ Dies sei angesichts von rund 900 Grippefällen in dieser Saison nicht unwahrscheinlich, so Yilmaz.

„Wir stehen für die weitere Diagnostik und Auswertung  permanent mit allen Institutionen des Gesundheitswesens in engem Kontakt. Sollten Bürgerinnen und Bürger den Verdacht äußern, selbst betroffen zu sein, sollten sie unbedingt zunächst telefonischen Kontakt zur Hausärztin oder zum Hausarzt aufnehmen.“

Das Portal Altkreisblitz berichtet, der Mann sei nach seiner Rückkehr unter anderem beim örtlichen Schützenverein im Ortsteil Eltze beim Schießen gewesen. Nun gehe es darum, mögliche Kontaktpersonen zu ermitteln, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Ein für den heutigen Sonnabend geplanten Schützen- und Feuerwehrball habe man abgesagt.

Die HAZ berichtet, der 68-Jährige sei in Südtirol gewesen und zuhause erkrankt. Seit der positiven Probe über den Hausarzt werde er im Klinikum Großburgwedel behandelt, hieß es dort zunächst. Die Meldung korrigierte die Zeitung aber später.

Das Risiko für die Bevölkerung in Niedersachsen, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, sei demnach weiterhin als gering bis mäßig eingestuft. Land und Region teilen mit: "Nach aktuellem Stand sind Personen, die an dem neuartigen Coronavirus erkrankt sind, zwei Tage vor bis zehn Tage nach dem Symptombeginn für andere Personen ansteckend. Menschen, die in dieser Zeit Kontakt zu der erkrankten Person hatten, gelten als Kontaktpersonen. Für jede Kontaktperson muss nun im Einzelfall bewertet werden, wie eng der Kontakt war und welche erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen durchzuführen sind."

Diese Maßnahmen seien umgehend vom Gesundheitsamt der Region Hannover eingeleitet worden.

Die Region Hannover informiert hier ausführlich rund um das Coronavirus. Seit 13 Uhr gibt es ein kostenloses Bürgertelefon der Region: 0800/7313131.

Die Stadt Springe ist nach eigenen Angaben in ständigem Kontakt mit der Region Hannover. Bis auf die normalen Verhaltensempfehlungen sei bisher aber noch nichts eingeleitet worden, so Bürgermeister Christian Springfeld zur NDZ. Wenn erforderlich, werde in Springe ein Krisenstab gebildet, um die Maßnahmen der Region vor Ort umsetzen zu können. Bisher sei aber "Ruhe bewahren angesagt".




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