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Landwirt überlässt Springe 16 500 Quadratmeter

Kurios: Stadt erbt Wald

Springe. Die Stadt hat von einem ihrer Bürger insgesamt 16 500 Quadratmeter Wald geerbt. Der Ende des vergangenen Jahres gestorbene Mann habe die Stadt in seinem Testament bedacht, bestätigte Vize-Rathauschef Gerd-Dieter Walter. Mit dem Landwirt hatte die Verwaltung Ende der 1960er-Jahre ein kurioses Geschäft geschlossen: Sie kaufte ihm ein Grundstück ab – und sicherte ihm statt eines festen Kaufpreises eine lebenslange Rente von umgerechnet 4328 Euro pro Monat zu. Bis zu seinem Tod erhielt der Springer so eine Summe in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro.

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Ob das Wald-Erbe jetzt ein Akt der Dankbarkeit war, vermag Walter nicht zu sagen. Der Mann sei jedenfalls nicht zu diesem Schritt verpflichtet gewesen: „Ich finde es respektabel, dass er an seine Heimatstadt gedacht hat.“

Konkret geht es um drei Flächen, die laut Walter alle nicht sehr groß sind – vor allem, wenn man sie mit dem Stadtforst drumherum vergleicht. Zwei Grundstücke mit Laubwald, insgesamt gut 10 000 Quadratmeter groß, befinden sich am Ebersberg, nahe Dopmeyerstraße und Fahrenbrink. Etwa 6500 Quadratmeter umfasst ein weiteres Grundstück noch tiefer im Wald. Walter schätzt den Wert der Flächen vorsichtig auf „etliche tausend Euro“. Sie sollen zunächst dem Stadtforst zugeordnet werden.

Formell muss die Politik das Erbe noch annehmen – dass sie es tun wird, gilt aber als sicher. Der Verwaltungsausschuss bekommt die Vorlage am Donnerstag, 29. Januar, auf den Tisch. Mitte März entscheidet dann endgültig der Rat.

Mit dem Tod des Mannes ist auch der ungewöhnliche Vertrag über die mittlerweile bebauten Flächen am Ebersberg erloschen. Weitere Tauschgeschäfte dieser Art sind bei der Stadt nicht bekannt. „Solche Verträge würde man heute wohl nicht mehr machen“, sagte vor einigen Jahren der damalige Erste Stadtrat Hermann Aden.

Er schätzte damals, die Stadt hätte im Nachhinein wohl rund die Hälfte der Kaufsumme gespart, wenn sie einen herkömmlichen Vertrag abgeschlossen hätte. „Aber beide Seiten haben sich eben Vorteile erhofft.“zett



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