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Trägervereine wollen Gebäude als Dorfgemeinschaftshaus weiterführen / Herbstmarkt im Oktober

Kulturheim ist gerettet

Springe. Die Kulturheim-Vereinigung kann die drohende Insolvenz jetzt doch abwenden: Die drei Trägervereine werden die fast 50 Jahre alte Einrichtung als Dorfgemeinschaftshaus weiterführen – jedoch ohne Gastwirtschaft. Damit die Rettung gelingt, starten die Organisatoren durch: Sie laden bereits für Sonntag, 6. Oktober, zum „Tag der offenen Tür“ mit Herbstmarkt ein.

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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

„Wir haben an jeder Schraube gedreht, die wir finden konnten“: Tanja Wollenschläger, Geschäftsführerin der Kulturheim-GbR blickt auf turbulente Monate zurück. Mitte Juni hatte sie das drohende Aus der Versammlungsstätte an der Haller verkünden müssen. Die Fixkosten waren so hoch, dass die drei Trägervereine – der Spielmannszug, der Kaninchen- und der Geflügelzuchtverein – auszubluten drohten. Im Juli reichte die GbR notgedrungen den Insolvenzantrag ein.

Das Bedauern in der Bevölkerung war groß. Schließlich hatten zahlreiche Springer Ende der 60er-Jahre mitgeholfen, die ehemalige Schulbaracke Hinter der Burg abzubauen und am Stadtrand eine neue Vereinshalle zu errichten. Aber nicht nur die Geschichte macht das Kulturheim zu einer Besonderheit: In der Kernstadt gibt es nur wenige große Säle, die dazu barrierefrei sind und Parkplätze vor der Haustür haben.

Als Wollenschläger und ihre Mitstreiter mit dem Fachanwalt zusammensaßen, den ihnen das Amtsgericht zugewiesen hatte, schluckten sie: „Die Kosten für das Insolvenzverfahren hätten in keinem Verhältnis zu allem anderen gestanden.“ Ihre einzige Möglichkeit: eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern.

Mittlerweile haben die Geschäftsführer die Nebenkosten so stark reduziert, dass sie einen Neuanfang wagen können. Wenn das Haus keine Gastwirtschaft mehr hat, sinken die Abgaben für Müllabfuhr, Versicherungen und Energie.

„Wir vermieten das Gebäude jetzt wie ein Dorfgemeinschaftshaus an Vereine und Privatpersonen“, erklärt Wollenschläger. Zwar ist unklar, ob die Clubs, die sich früher regelmäßig an der Haller getroffen haben, wieder zurückkehren, dafür kommt eine Ballettschule: Sie will nach den Herbstferien Kurse in den Räumen anbieten.

Privatpersonen zahlen eine Tagespauschale in Höhe von 40 Euro (Clubzimmer) bis 200 Euro (großer Saal). Vereine können sich für 10 bis 30 Euro pro Abend einmieten. Die ersten drei Feiern seien bereits gebucht, sagt Wollenschläger: „Die Zwischenzeit war wirklich hart. Aber jetzt gucken wir optimistisch in die Zukunft.“

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