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Kultkneipe: „Mensch Meier“ dreht den Zapfhahn zu

SPRINGE. Kurz nach dem 25. Geburtstag der Kultkneipe gehen im „Mensch Meier“ die Lichter aus: Nach Informationen der Neuen Deister-Zeitung ist der heutige Sonnabend der letzte Öffnungstag der Gaststätte an der Burgstraße, die als einer der wenigen verbliebenen Anlaufpunkte für Jüngere im Springer Nachtleben galt.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Betreiber Dennis Schäffer bestätigte auf Anfrage die Schließung, wollte sich zu den Umständen aber nicht näher äußern. Das „Mensch Meier“ hatte erst im Februar mit einer größeren Veranstaltung seinen 25. Geburtstag gefeiert: 1993 hatte Wirt Uwe Przygodda die Kneipe an der Burgstraße 11 eröffnet. Das Gebäude hatte Unternehmer Klaus-Peter Othmer dort gerade neu gebaut – anstelle seines eigenen Elternhauses. Vor sechs Jahren übernahmen dann Schäffer und seine Frau Juliane den Betrieb.

Das „Mensch Meier“ zog neben heimischen Gästen verschiedener Altersgruppen besonders auswärtige Bildungsschüler von Einrichtungen wie dem BZE oder der Kältefachschule an. Durch die Schließung bleibt in der Innenstadt nur noch eine Handvoll klassischer Kneipen bestehen: Neben dem „Heinrich III“ am Marktplatz zählen dazu auch das „Mariechen“ am Oberntor oder „Aufm Hof“ an der Fünfhausenstraße.

Im vergangenen Sommer hatten immer wieder Gerüchte in der Stadt kursiert, das „Mensch Meier“ stehe vor der Schließung – hervorgerufen durch eine ganze Reihe von Vorfällen und Missverständnissen: So tauchte der Betrieb nach einer verlorenen juristischen Auseinandersetzung um Sozialabgaben in den öffentlichen Insolvenzbekanntmachungen auf, allerdings ohne ein solches Verfahren durchlaufen zu haben, betonte Schäffer damals – und ohne Auswirkungen auf den Alltagsbetrieb.

Dazu kamen – wie Schäffer selbst einräumte – missverständliche Einträge im sozialen Netzwerk Facebook: Unter anderem verabschiedete man sich mit einer Party in einen für viele Gäste unerwarteten Sommerurlaub. Einen, für den man wegen der Fußball-WM 2018 in diesem Jahr kaum Zeit haben werde, sagte Schäffer damals voraus. Doch in diesem Jahr werden während des Sportspektakels in Russland die Bildschirme im „Meier“ wohl schwarz bleiben: Ein Nachfolger ist zumindest nach NDZ-Informationen kurzfristig nicht in Sicht.

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