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Künstler aus Burkina Faso schnitzen Skulptur für Springe

SPRINGE. Der kleine Drache kommt aus fernen Ländern nach Springe, um Kindern von seinen Erlebnissen während der langen Reise zu erzählen – so oder so ähnlich könnten die Geschichten beginnen, die Eltern ihren Jüngsten bald erzählen.

Die Kinder des DRK-Hortes Bennigsen probieren den neuen Drachen-Stamm aus. Bis die Skulptur Ende der Ferien in den Volkspark kommt, können sich Interessierte das Kunstwerk bereits auf dem Ateliergelände ansehen. Geöffnet ist die Galerie am Weg zur Ku
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Denn die riesige Holzfigur wird nach den Sommerferien im Volkspark aufgestellt – geschnitzt von den beiden Künstlern Hiwame Konate und Bruder Dofoungo aus Burkina Faso.

„Das gibt es bisher noch in keiner anderen Stadt. Der Drache soll die Fantasie der Kinder anregen und Eltern können sich Geschichten zu dem kleinen Drachen überlegen“, sagt Schmiedekünstler Andreas Rimkus, der das Projekt initiiert hat. Die Kinder des DRK-Hortes Bennigsen haben die Figur gleich schon mal für sich eingenommen und kletterten auf den großen Holzstamm, der geflämmt wurde.

„Das Holz war so gewachsen, da bot sich das Motiv an“, so Rimkus. Seit mehr als einer Woche arbeitet er mit den Konate-Brüdern aus Westafrika zusammen, die bereits zum vierten Mal in Springe sind. Doch die neue Deko für den Volkspark ist nicht das einzige Projekt, das bei den Künstlern auf dem Programm steht: Konates verwandeln derzeit aus einem Eichenstamm eine außergewöhnliche Wildkatze. Unterstützt wird die Aktion von der Stiftung Wald, den Landesforsten und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (wir berichteten).

„In der kommenden Woche wollen wir außerdem eine traditionelle Maske gegen böse Geister herstellen“, verrät Rimkus. Mit dem Besuch der Brüder hat sich Rimkus auch auf den neusten Stand seines Museumsprojektes in Burkina Faso bringen lassen. Der Springer plant im kleinen Dorf Ouri eine historische Sammlung, um das Wissen der alten Schmiedekunst zu bewahren. Anfang des Jahres bekam er für den Bau des Museums 20 000 Euro vom Auswärtigen Amt. „Das Projekt geht gut voran“, freut sich Rimkus. Noch in diesem Jahr muss der Bau abgeschlossen sein – so die Vorgabe des Amtes.

Hiwame und Dofoung Konate haben ihm Fotos mitgebracht, die den Fortschritt dokumentieren. „Die brauche ich dann auch als Beweis für das Auswärtige Amt.“ Telefonisch lässt er sich von den Planern vor Ort über jeden Bauschritt informieren. Die vier geplanten Häuser sind bereits fertig, derzeit werden sie original afrikanisch bemalt. Und: Rimkus hat mit dem Projekt vor Ort neue Arbeitsplätze geschaffen, drei Lehrlinge lernen bei einem Schmied das Handwerk. „Das Schmiedehandwerk ist dort Lebensgrundlage – alle brauchen Werkzeug.“ Anders als in Deutschland müssen die Lehrlinge dort für ihre Ausbildung Geld zahlen, auch das Schulgeld kann sich in Burkina Faso kaum jemand leisten. „Wer aber lernt, hat die Chance, aus der Armut zu kommen.“

Für die fünftägige Wildkatze-Projektwoche ab Montag gibt es noch vier freie Plätze für Kinder ab zehn Jahren. Anmeldungen sind bei Rimkus unter 05041/61655 möglich. Von 11 bis 16 Uhr können die jungen Teilnehmer schmieden und schnitzen lernen. Die Mitmachaktion ist kostenlos.



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