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Künftig ohne Springe im Namen

Springe. Jetzt geht es rasend schnell: Vor zwei Monaten haben die Volksbank Lehrte-Springe-Pattensen-Ronnenberg

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und die Volksbank Hildesheim erste Sondierungsgespräche mit dem Ziel einer Fusion aufgenommen. Gestern gaben beide Häuser bekannt, dass sie einen Kooperationsvertrag unterzeichnet haben.

Er gilt als Vorstufe der für Sommer 2015 geplanten Verschmelzung (wir berichteten). Von der Bündelung der Kräfte versprechen sich beide Seiten „eine wirtschaftliche Stärkung, organisatorische Verbesserungen und eine zukunftssichernde, strategische Ausrichtung“, wie es in einer gemeinsamen Erklärung heißt.

Auch Details wurden bereits fest vereinbart. So soll die neue Volksbank den Namenszusatz „Hildesheim-Lehrte-Pattensen“ führen. Damit werden die beiden bisherigen Unternehmenssitze berücksichtigt und darüber hinaus Lehrte als größter Einzelstandort.

Die Bezeichnung „Springe“ taucht künftig nicht mehr im Namen auf. „Ich persönlich kann damit leben. Wichtig ist nicht, was dransteht, sondern was drin ist“, sagt Stefan Rust. Der Springer Steuerberater war vor sechs Wochen neu in den Aufsichtsrat der heimischen Bank gewählt worden. Dass die Fusionsvorbereitungen nun sehr zügig vorangehen, sei gut, meint Rust. „Es ist richtig, Nägel mit Köpfen zu machen und nicht endlos zu sondieren.“

Geführt werden soll die neue Bank zunächst von einem vierköpfigen Vorstand: Henning Deneke-Jöhrens und Reiner Lockhausen aus Pattensen/Springe sowie den Hildesheimern Michael Siegers und Jürgen Böhnke. Deneke-Jöhrens und Siegers teilen sich die Sprecheraufgabe. In den nächsten vier Jahren werden Siegers und Böhnke aus Altersgründen ausscheiden. Ob Deneke-Jöhrens und Lockhausen die Bank danach allein weiterführen oder aus Hildesheim ein drittes Vorstandsmitglied berufen wird, ist noch offen.

Die Bischofsstadt soll aber in jedem Fall juristischer Sitz des Unternehmens werden. Hauptstellen der fusionierten Bank werden Hildesheim, Lehrte und Pattensen. Bislang konnte auch Springe mit seiner Filiale am Niederntor einen solchen Status für sich reklamieren.

Vorerst keine Veränderung gibt es beim Aufsichtsrat. Beide Banken bringen zur Fusion ihre derzeit gewählten Kontrolleure ein: Zehn Aufsichtsratsmitglieder entsendet die alte Volksbank Pattensen-Springe, von der Volksbank Hildesheim kommen sieben. Mittelfristig soll die Gesamtzahl auf zwölf abgesenkt werden. Um das zu erreichen, werden altersbedingt ausscheidende Mitglieder nicht ersetzt. Springe wird vorerst weiterhin mit zwei Mandaten im Aufsichtsrat vertreten sein: Neben Stefan Rust ist das Karl-Heinrich Rohlf aus Eldagsen, der gerade erst für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt worden ist.

Die Vertreterversammlung der fusionierten Bank wird in Hildesheim stattfinden. In Lehrte und Pattensen soll es zusätzlich regionale Informationsveranstaltungen geben.

Vorstand und Aufsichtsrat bekräftigten gestern noch einmal, dass es keine fusionsbedingten Kündigungen geben wird. Alle Mitarbeiter würden weiterbeschäftigt.

Mit 70 000 Mitgliedern und einer Bilanzsumme von über zwei Milliarden Euro wäre das neue Geldinstitut die Nummer 6 in der Rangliste der größten Volksbanken innerhalb des sich von Niedersachsen über Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt bis nach Berlin und Brandenburg erstreckenden Verbandsgebiets.

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