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Küken schlüpfen zu Ostern

ELDAGSEN. Unsicher und mit großen Augen tapsen die kleinen Küken mit ihren weichen Federn durch den Brutkasten auf dem Hof Meisiek in Eldagsen. Der 16-jährige Nils Fischer passt genau auf seine vier neuen Küken auf – am Sonnabend sind die nächsten aus dem Ei geschlüpft, passend zu den Osterfeiertagen.

Frisch geschlüpft: Die flauschigen Küken sind wenige Tage alt. Foto: Helmbrecht
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Täglich versorgt der Schüler den flauschigen Nachwuchs mit frischem Wasser und Futter. „Es geht ihnen richtig gut, sie haben direkt gefressen“, sagt Fischer. Geschützt vor dem kühlen Aprilwetter verbringen die Küken ihre Zeit unter einer warmen Rotlichtlampe – den Brutkasten, eine Art Kanister, hat Fischer selbst gebaut und gestaltet. 22 Tage müssen die Eier brüten, bis die Küken dann mit ihrem Schnabel durch die Eierschale picken.

Namen haben die kleinen Tiere noch nicht, denn das Geschlecht kann Fischer bei dieser Rasse noch nicht erkennen. „Die sehen jetzt einfach zu ähnlich aus und sind auch noch gleich groß.“

Doch der 16-Jährige ist ambitioniert. Er will die Küken nicht nur pflegen, sondern die Tiere auch züchten. Im vergangenen Jahr hat der Eldagser an einer Zuchtausstellung in Springe teilgenommen – mit Erfolg. Zwei Hühner wurden mit insgesamt 15 Euro prämiert. Im kommenden Jahr will er zur Ausstellung nach Hannover und an seinen Sieg anknüpfen.

Wer aber richtig züchten will, braucht mehrere Ställe, um Hühner zu halten: „Ich möchte einen dritten, mobilen Stall mit einer Europalette bauen, den ich hin- und herfahren kann“, sagt Fischer. Der Grund: Wenn die Hühner immer auf der selben Stelle draußen sind, ist kaum noch frisches Gras vorhanden, weiß der Schüler.

Außerdem plant er, zusätzlich zu seinen 18 Tieren, weitere Rassen zu kaufen. „Zudem ist es wichtig, alle zwei Jahre einen neuen Hahn mit frischem Blut zu den Tieren zu geben – auch wenn Inzest bei diesen Tieren keine so große Rolle spielt.“

Viel Zeit in Anspruch nehme sein Hobby nicht. „Mir macht das einfach viel Spaß“, betont Fischer, auch wenn er einmal die Woche die Ställe ausmisten muss.

Fischer muss sich aber von einigen Küken verabschieden. „Ich muss schauen, welche sich gut und richtig entwickelt haben.“ Diese bekommen dann einen Ring zur Kennzeichnung über das Fußwurzelgelenk. Die anderen Tiere will er dann verkaufen.

Aber jetzt zu Ostern werden seine Küken mit Getreide versorgt und werden die Zeit noch auf dem Hof in der Talstraße verbringen.

Wie der Osterhase zum Ei kommt? Fest steht: Küken, Ei und Osterhase sind Fruchtbarkeitssymbole heidnischen Ursprungs. Im christlichen Sinne ist das Ei das Symbol für die Auferstehung: „Das heißt, dass das Leben nach dem christlichen Glauben nicht mit dem Tod endet“, sagt Pastor Klaus Fröhlich. Denn: Aus einem scheinbar toten Ei schlüpft neues Leben. „Von außen sieht man das gar nicht, während innen das Wunder neuen Lebens stattfindet.“

Schon vor etwa 5000 Jahren sollen die Chinesen bunt gefärbte Eier zum Frühlingsanfang verschenkt haben: „Viele traditionelle Gebräuche wurden verchristlicht“, weiß Fröhlich.

Die Henne soll als Sinnbild der Fruchtbarkeit dagegen aus der germanischen Mythologie bekannt sein. Die Tiere sollten Freude über den Frühling vermitteln. Früher wurden die Eier häufig in Rot angemalt – angelehnt an das Blut Christi.

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