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Warum Kirche und DRK für ihre Einrichtungen immer stärker um Erzieher kämpfen müssen

Krippen-Boom verschärft Personalprobleme

Springe. Die heimischen Kitas schaffen zusätzliche Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren. 35 Prozent von ihnen sollen bis 2013 betreut werden, das sagt das Gesetz. Doch wer genau sich um den Nachwuchs kümmert, ist nicht immer so eindeutig. „Der Markt ist relativ leer“, sagt die städtische Fachbereichsleiterin Dagmar Wiese-Cordes.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Und das ist nicht erst der Fall, seit verschiedene Träger um die Arbeitskräfte für ihre neuen Krippen buhlen: „Erzieher ist nicht unbedingt ein attraktiver Beruf. Es gibt wenig Aufstiegsmöglichkeiten, ein relativ geringes Gehalt“, erklärt Wiese-Cordes. Dazu kommt eine hohe Belastung durch Lärm, durch Rückenprobleme wegen des Sitzens auf kleinen Kinderstühlen. „Es herrscht ein Fachkräftemangel“, sagt die Bereichsleiterin.

Zwei Anbieter haben momentan das Angebot für Kinder unter drei Jahren in Springe recht gleichmäßig unter sich aufgeteilt. Da ist zum einen die Kirche. Die evangelischen Gemeinden St. Petrus (Kernstadt), St. Vincenz (Altenhagen I) und St. Johannes (Völksen, in Planung) betreiben je eine Krippe. Dazu kommt das Deutsche Rote Kreuz. Hier werden in der Kita An der Bleiche schon länger Krippenplätze vorgehalten – in Eldagsen und Bennigsen laufen die entsprechenden Planungen und Bauarbeiten.

Gemeinsam haben Kirche und DRK jedoch eins: Es ist nicht leicht für sie, Erzieher für ihre neuen und bestehenden Angebote zu finden. „Es gibt einen grundsätzlichen Personalmangel, der auch uns betrifft“, sagt DRK-Sprecherin Nadine Heese. Dem Roten Kreuz sei es bis jetzt trotzdem immer gelungen, genügend geeignete Bewerber für seine Einrichtungen zu finden.

Das gilt auch für das Kirchenkreisamt Ronnenberg. Die Behörde koordiniert für alle heimischen Kitas und Krippen unter dem Kirchendach die Personalangelegenheiten. Geschäftsführerin Birgit Kruse: „Es ist nicht leicht, jemanden zu finden.“ Die Situation sei aber auch nicht so dramatisch, dass Gruppenangebote gefährdet seien: „Unsere Vorgaben nach dem Kita-Gesetz können wir einhalten“, betont sie. Je nach ausgeschriebener Tätigkeit und Einsatzort gebe es unterschiedlich viele Reaktionen auf Stellenanzeigen, so Kruse.

Aus ihrer Sicht ist das Problem schon in der Ausbildung der Erzieher begründet: „Aus der Ausbildung kommen schon zu wenige junge Leute, um den Bedarf zu decken. Da gibt es konkrete Zahlen, die das belegen.“

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