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Kripo-Chef Hartmut Retzlaff über steigende Einbruchzahlen

SPRINGE. Mehr Hauseinbrüche, mehr aufgebrochene Autos – die Statistik für das Springer Stadtgebiet macht vielen Bürgern Sorge. Doch was tut die Polizei? Und wie kann man sich und sein Eigentum schützen? NDZ-Redaktionsleiter Christian Zett sprach mit Springes Kripo-Chef Hartmut Retzlaff.

H. Retzlaff. Foto: Archiv
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Gefühlt hat die Zahl der Auto- und Wohnungseinbrüche in Springe zugenommen. Bestätigen Ihre Zahlen das?

Wir haben bei Autoaufbrüchen in der Vergangenheit hier recht wenig mit Serientätern zu tun gehabt – im Gegensatz etwa zu Hannover und dem direkten Umfeld. Letztes Jahr hatten wir aber zwei Fälle, in denen gezielt Navis und hochwertige Teile aus mehreren Autos gestohlen wurden. Und dieses Jahr im ersten Quartal auch schon zwei. Es ist also schon mehr als zuletzt. Ob das ein Zufall ist, kann ich aber nicht beurteilen.

Sind das Banden, die da aktiv sind?

Da gehen wir von aus. Das sind überregionale Täter, die gezielt vorgehen. Um etwa ein Lenkrad mit Airbag fachgerecht auszubauen, brauchen Sie schon Spezialwissen. Die suchen sich in einer Nacht in einer Gegend drei bis fünf Fahrzeuge und holen da die Sachen raus. Wir hatten in den vergangenen vier Wochen aber auch mehrfach den Fall, dass es nicht um Technik, sondern um Bargeld oder Wertsachen ging.

Also andere Täter.

Vermutlich. Die haben eher zugeschlagen, wenn Jacken oder Taschen offen im Auto lagen. Und die Fälle waren nicht nur in Springe, sondern auch in Wennigsen, Bredenbeck oder Barsinghausen. Und die Fälle waren immer an abgelegeneren Orten, zum Beispiel in Waldnähe wie hier in Springe an der Jägerallee. Wir sehen da durchaus einen Zusammenhang. Zeugen haben einen Radfahrer in der Nähe beobachtet, den wir jetzt versuchen, aufzuspüren.

Was kann denn die Polizei sonst tun – außer hinterher fahnden?

Bei so etwas sind wir immer auf Zeugen angewiesen. Wer nachts eine Scheibe klirren hört, sollte uns sofort anrufen und nicht erst am nächsten Morgen. Wenn wir wissen, dass es eine Häufung von Taten in einer bestimmten Gegend gibt, dann gelingt es uns auch, durch vermehrte Streifenfahrten, die Täter zu verdrängen. Aber wir können nicht überall sein.

Und wie schützt man am besten sein Auto?

Im Falle der Wertsachen-Diebstähle gilt: Am besten nichts im Auto lassen, auch keine Jacken oder Taschen, die man von außen sehen kann. Selbst wer nur kurz auf den Friedhof oder auf einen kleinen Spaziergang geht, riskiert einen Einbruch.

Auch bei den Wohnungseinbrüchen hatten wir zuletzt von einer Zunahme der Fälle berichtet. Wie sieht es da aus?

Seit wir Ende März in Gestorf dank Zeugenhinweise drei Verdächtige quasi auf frischer Tat ertappt und festgenommen haben, hatten wir keine weiteren Fälle. Die Ermittlungen laufen noch – aber wir hoffen, dass wir damit erst mal Ruhe haben. Wer sich schützen will, sollte unsere Fachberatung von der Polizei wahrnehmen, gerade bei geplanten Neubauten oder Sanierungen. Im Herbst soll es auch noch mal eine Infoveranstaltung geben.



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