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Kriminelle auf dem Rückzug

Springe. Einbrüche, Körperverletzung, „Sexting“ – die Zahl der Straftaten ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen, es gibt viel zu tun für die Springer Polizei. Doch es gibt auch gute Nachrichten: So verzeichnet die Kripo einen neuen Rekordwert bei aufgeklärten Fällen. „Man muss hier in Springe keine Angst haben“, sagt Polizeichef Christian Krone.


Er tritt dem öffentlichen Eindruck entgegen, man könne sich kaum noch auf die Straße trauen: „Überfälle, Einbrüche, Sexualdelikte, das gab es früher genauso wie heute.“ Springe profitiere von der Randlage in der Region, von der relativ großen Entfernung zur Landeshauptstadt. „Dadurch bekommen wir bestimmte Probleme hier gar nicht“, sagt Kripoleiter Hartmut Retzlaff.

Ein genauer Blick auf die gestern vorgelegte Statistik zeigt denn auch: Der Anstieg der Straftaten ist zu einem nicht unwesentlichen Teil der Lage in ebenfalls von der Springer Polizei betreuten Pattensen geschuldet. In Springe dagegen gingen die Fälle von Körperverletzung (155 auf 125) oder gefährlicher Körperverletzung (etwa mit Waffeneinsatz, 35 auf 24) zurück. Selbst die gefühlt sehr häufig auftretenden Einbrüche waren demnach leicht rückläufig.

Unter dem Strich gelang es der Polizei, 64,5 Prozent aller Straftaten aufzuklären und damit den Rekordwert aus dem Vorjahr noch einmal zu steigern. Von Polizeichef Krone gibt es dafür ein Extralob für seine „sehr motivierte Truppe“.

1389 Straftaten bearbeiteten die Beamten im vergangenen Jahr allein in Springe. Darunter waren trotz des leichten Rückgangs immer noch zahlreiche Einbrüche: Inzwischen kümmert sich sogar einer der Springer Beamten in einer Art Soko in Ronnenberg um die regionale Häufung der Fälle. Gerade mit Blick auf Täter von außerhalb seien die Ermittlungen ein wahres Puzzlespiel mit vielen Indizien, sagt Krone. Dass die Taten trotzdem Ängste wecken, ist ihm klar: „Man fühlt sich betroffen, wenn etwas in der Nachbarschaft passiert.“

Zu kämpfen haben die Beamten mit Betrugsfällen, vor allem im Internet. Der Klassiker: Täter bieten Ware an, lassen sich dafür bezahlen – und liefern nicht. Auch hier sind die Nachforschungen nicht immer leicht – trotzdem konnten die Beamten 83 Prozent der Fälle aufklären. Immerhin noch 12 Mal verzeichnet die Statistik Tankbetrüger – nur noch die Hälfte des Vorjahreswerts. „Das hat wohl auch mit einer Erholung bei den Benzinpreisen zu tun“, sagt Retzlaff.

„Erfreulich“ ist für ihn der Rückgang bei Rohheitsdelikten – etwa Raub oder Körperverletzung: Statt 280 (2012) zählten die Ermittler 2013 nur 250 Fälle und eine Aufklärungsquote von mehr als 95 Prozent. Beim klassischen Straßenraub ereigneten sich im ganzen Jahr in Springe nur vier Fälle.

Dann ist da noch das Stichwort „Sexting“: Vor allem Jugendliche schicken sich gegenseitig Nacktfotos, oft per Handy. Landen die Aufnahmen dann ohne Einverständnis im Internet, liegt eine Straftat vor. „Die Betroffenen melden sich bei uns und wir ermitteln“, sagt Retzlaff. Er lobt die Zusammenarbeit mit den Schulen, für die die Springer Polizei ohnehin einen eigenen Ansprechpartner hat.zett



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