weather-image
15°
Beamte prüfen Baustelle „Im Kleinen Felde“ / Firmenchef soll Angestellte nicht angemeldet haben

Kontrolle: Zoll jagt Schwarzarbeiter in Springe

Springe (zett). Großeinsatz gestern für das Hauptzollamt Hannover: Auf einer Einfamilienhaus-Baustelle an der Straße „Im Kleinen Felde“ entdeckten Kontrolleure vier mutmaßliche Schwarzarbeiter – und stellten dabei zahlreiche weitere Verstöße fest.

Ein Zoll-Auto parkt an der Friedrichstraße. Die Beamten kontroll

Laut Zoll-Sprecher Hans-Werner Vischer bestehe gegen die vier Männer im Alter von 20 bis 31 Jahren der Tatverdacht der illegalen Beschäftigung. Die Hartz-IV-Empfänger hätten zwar ihre Baustellen-Tätigkeit vorschriftsmäßig angemeldet – „aber sie haben alle deutlich mehr gearbeitet als zulässig, dieser Verdienst hätte auf ihre Sozialleistungen angerechnet werden müssen.“ Gegen die vier Verdächtigen laufen nun Ermittlungsverfahren wegen Leistungsbetrugs. Verantworten muss sich vor den Behörden aber auch der Inhaber der Baufirma. Er habe offenbar seine Angestellten gar nicht erst angemeldet und so auch keine Lohnnebenkosten an den Staat abgeführt, erklärte Vischer gestern.

Doch damit nicht genug der Unregelmäßigkeiten: Bei der Kontrolle hätten die fünf Zollbeamten festgestellt, dass der Baufirmen-Betreiber nicht alle nötigen Genehmigungen habe, so Vischer weiter: „Er hat einen Gewerbeschein für die Ausübung von Trockenbau und Fliesarbeiten. Er hat aber auch andere Arbeiten ausgeführt“ – wie zum Beispiel die Errichtung des Dachstuhls.

Mit der Baustelle hat es nach NDZ-Informationen in den vergangenen Monaten wiederholt Probleme gegeben. So musste die Polizei immer wieder wegen angeblicher Ruhestörung ausrücken.

Wie hoch der entstandene Schaden genau ist, wird sich laut Vischer erst in den kommenden Wochen herausstellen: „Es kommt ja darauf an, wie viele Tage die Männer gearbeitet haben, wie viel sie verdient haben.“ Stillgelegt wird die Baustelle nach Vischers Angaben aber nicht.

Im Zuständigkeitsbereich des Hauptzollamts – neben der Region auch die Landkreise Holzminden, Schaumburg oder Hameln – sei Leistungsbetrug „nicht so selten“, sagt Vischer – „leider“.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt