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Kontaktpolizist klärt auf: Das sind die Gefahren bei E-Bikes

SPRINGE. „Das ist sehr, sehr wichtig, dass den Leuten bewusst ist, womit sie da eigentlich unterwegs sind“, sagt Zweirad-Mechaniker Markus Schreck aus Springe. Er selbst sei vor Jahren mal von einem Elektrofahrrad über den Haufen gefahren worden.Ein langer Krankenhausaufenthalt folgte.

Wuchtig beim Aufprall, mühsam zu schieben: Um die 25 Kilo bringt ein Elektrofahrrad auf die Waage. Fotos: Weißling
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Katharina Weißling Redakteurin zur Autorenseite

„Die sind richtig schwer und meistens schneller als erwartet“, sagt Kontaktpolizist Jens Günther aus Springe, welche Erfahrungen er beruflich so mit Elektrofahrrädern macht. Gerade haben er und Radladeninhaber Markus Schreck erstmals gemeinsam ausgeführt, unter welchen Umständen sie Radfahren in Springe zur Zeit als riskant betrachten und was zur Sicherheit beiträgt. Ihr Publikum: Etwa 20 brennend interessierte, aktive Frauen aus Springe, deren Verein regelmäßig Unternehmungen organisiert. Nicht nur dabei sind viele der Frauen oft mit dem Rad unterwegs. — Einige von ihnen inzwischen mit Rückspiegel am Lenker, immer mehr von ihnen mit leistungsfähigem Akku am Rahmen.

„Nehmen sie es mir nicht übel, aber ältere Dame auf dem Rad in einiger Entfernung, da sehen sie für Autofahrer nicht aus wie ein Radrennfahrer und es ist ganz schwer ihre Geschwindigkeit richtig einzuschätzen“, beschreibt Günther eine Alltagssituation mit E-Bike, die zu schlimmen Unfällen führen kann. „Natürlich haben sie Vorrang, natürlich haben sie Recht, aber das hilft ihnen nicht, wenn sie im Krankenhaus sind“, betont der Polizist. Und er legt los mit Praxistipps, schonungslos mit großem Humor, den die Damen zu schätzen wissen. So sehr das Thema Sicherheit ihnen unter den Nägeln brennt, so fröhlich lachen sie mit, wenn Appelle wie dieser an ihre Adresse gehen: „Nehmen sie keine Rücksicht auf ihre Frisur, ihr Kopf und ihre Sicherheit sind wichtiger!“

Zu der Veranstaltung im DRK-Haus waren die meisten geradelt. Die vortragenden Herren mit Helm und Reflektoren, die Frauen im Freizeitlook, mal mit, viel öfter aber ohne Helm. „Besorgen sie sich einen, vor allem benutzen sie ihn auch“, wirbt Günther und empfiehlt das besonders geprüfte Modell „Hannover-Helm“. Weitere Themen des Vormittags: Mode, Hören und Sehen. Geht es nach Schreck und Günther sollten nicht nur Fahrräder auffällig leuchten und reflektieren, sondern auch deren Fahrer. „Sportkleidungshersteller haben da schon drauf reagiert und bieten Jacken und Mäntel mit Reflektoren an“, sagt der Beamte. Und dann geht es ums Hören. „Die Autos sind so leise geworden“, wirft eine Zuhörerin ein“. „Ich höre nix, also laufe ich einfach los“, reagiert Günther auf die Steilvorlage und schauspielert vor, was er meint. Wer akustisch nicht genug wahrnehme, müsse sich umso aufmerksamer umschauen. „Gehen sie mal 40 Jahre zurück, links, rechts, links“, erinnert er sein gesetztes Publikum charmant an die Verkehrsübungen aus der Grundschulzeit.

„Gibt es eigentlich eine Fahrradprüfung für Erwachsene“, fragt Ruth Jungfer. „Natürlich“, antwortet der Beamte, der sich schon vorher angeboten hatte, kniffelige Strecken gemeinsam zu befahren.

Denn wer wo wie und mit wem fahren darf, ist mitunter komplex: Vom Rad- und Fußgängerwegsschild bis hin zur Nutzung des Zebrastreifens. Ein weiterer Service der Polizei: kostenlose Codierungen von Fahrrädern zum Diebstahlschutz. Letzte Showeinlage: ein unbemerkter und wieder aufgeklärter Handtaschendiebstahl auf der Veranstaltung. Der Polizist war’s natürlich, wer sonst?

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